Ein australischer Nager soll mit einem Zuchtprogramm vor dem Aussterben gerettet werden. Der Start verlief holprig – da kaum Individuen gefunden wurden.
Eine kleine Ratte (Rattus rattus) läuft über einen Baum. (Symbolbild)
Eine kleine Ratte (Rattus rattus) läuft über einen Baum. (Symbolbild) - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Tierschutzorganisation will die Barrington-Breitzahnratte retten.
  • Das Tier ist näher mit Wühlmäusen als mit Ratten verwandt.
  • Ein Zuchtprogramm soll die Population in Australien wieder wachsen lassen.

Hoffnung für einen vom Aussterben bedrohten Nager: Dank eines einzigartigen Zuchtprogramms wollen Tierschützer in Australien die Population der Barrington-Breitzahnratte wiederbeleben.

Die kleinen Tiere, die eher mit Wühlmäusen als mit Ratten verwandt sind, leben nur in der Hochebene Barrington Tops etwa 270 Kilometer nördlich von Sydney. Nach Schätzungen der Tierschutzorganisation Aussie Ark gibt es aber vermutlich nur noch wenige Hundert Exemplare.

Vor allem der Klimawandel und Buschbrände, aber auch wilde Füchse und Katzen sowie invasive Unkräuter hätten den Tieren in den vergangenen drei Jahrzehnten schwer zugesetzt, teilte Aussie Ark am Donnerstag mit.

«Australien hat die schlimmste Aussterberate von Säugetieren auf der Erde», teilten die Tierschützer mit. Fast 40 Säugetierarten seien in Down Under in den vergangenen 200 Jahren ausgestorben. «Das sind so viele wie der Rest der Welt zusammengenommen. Wir können nicht zulassen, dass die Barrington-Breitzahnratte die nächste ist.»

Bereits im vergangenen Jahr hatte Aussie Ark in Zusammenarbeit mit der Regierung des Bundesstaates New South Wales eine hochmoderne Zuchtanlage für die verschwindende Spezies eingerichtet - «die erste ihrer Art». Dann aber standen die Experten vor einem Problem: Sie fanden keine wilden Breitzahnratten für die Zucht.

Sechs Tiere für Zuchtprogramm

«Im Februar haben wir 3000 Fallen aufgestellt und überprüft und konnten nur eine einzige Breitzahnratte finden. Das liess sofort alle Alarmglocken schrillen», sagte Tim Faulkner, der Präsident der Organisation. «Wir wussten alle, dass die Art in Schwierigkeiten war, aber nicht, dass es so schlimm war.»

Ranger wurden daraufhin in weit abgelegene Gebiete entsandt, um nach den seltenen Nagern Ausschau zu halten. Als diese am Ende insgesamt sechs Individuen fanden und einfangen konnten, um das Zuchtprogramm zu starten, war die Erleichterung gross.

Es sei schwer, die Öffentlichkeit für eine Ratte zu begeistern, jedoch sei die Barrington-Breitzahnratte ein ganz besonderes Tier, schwärmten die Experten. «Es handelt sich um eine spezialisierte Art, die in Hochland-Sümpfen lebt und seit der Zeit der Dinosaurier existiert.» Sie sei auch für das Überleben anderer Spezies wichtig. Die gezüchteten Tiere sollen später in die Freiheit entlassen werden.

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