Die Situation afghanischer Frauen sichtbar machen
Die iranische Autorin Aliyeh Ataei wohnt seit einigen Jahren in Westeuropa, aktuell in Zürich als Writer in Residence am dortigen Literaturhaus. Seit dem die Taliban in Afghanistan Frauen von jeglicher Bildung ausschliessen, unterrichtet sie ein Mal pro Woche junge Frauen online im Geschichtenerzählen.

«Bevor sie sich anderen erklären, müssen sie sich selbst verstehen und ihre eigene Geschichte erzählen können», sagt Aliyeh Ataei im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Ob aus diesen Geschichten dann irgendwann einmal ein Erzählband wird, steht für sie in den Sternen.
Die jungen Frauen erzählten ihr von sich selbst, von ihren Familien, vom Leben in ihren Städten und von den Schwierigkeiten, denen sie jeden Tag begegnen. «Das ist manchmal wirklich schwierig und kostet Kraft. Aber ich mache diese Arbeit mit grosser Freude», so Ataei.
Die Schreibe der Frauen sei «noch sehr jung und unvermittelt». In ihren Texten liege «eine Ehrlichkeit, die man anderswo nur selten findet. Sie schreiben nicht, weil sie Schriftstellerinnen werden wollen; sie schreiben, weil sie erzählen müssen.»*
*Dieser Text von Philine Erni, Keystone-SDA, wurde mithilfe der Gottlieb und Hans Vogt-Stiftung realisiert.






