Das Landesmuseum Zürich zeigt die von Kriegen geprägte Schweiz
Die Schweizer Bevölkerung kennt Kriege zum Glück häufig nur aus den Medien. Das Landesmuseum zeigt in der neuen Ausstellung «Wir und der Krieg», dass bewaffnete Konflikte trotzdem grossen Einfluss auf das Land haben.

Die Ausstellung «Wir und der Krieg» ist ein Stück weit auch Selbstfindung: Die Besucherinnen und Besucher können auf dem Ausstellungsrundgang einen «Neutralitätskompass» ausfüllen, mit dem sie ihre eigene Haltung reflektieren können. Am Schluss erhalten sie eine Auswertung und damit auch eine Positionierung.
Die neue Ausstellung im Landesmuseum macht deutlich, dass bewaffnete Konflikte nicht nur weit entfernte Ereignisse sind, sondern auch Politik und Alltag in der Schweiz beeinflussen.
Angefangen bei der Landesausstellung 1939, die Einheit und Neutralität beschwörte, bis zu den als Chalets getarnten Militäranlagen, die heute noch im Alpenraum verstreut sind.
Historische Aufnahmen zeigen auch, wie Turnvereine bis weit ins 20. Jahrhundert die Turnerinnen und Turner als wehrhafte Bürger inszenierten. Beleuchtet wird in der Ausstellung auch die Rolle der Schweiz in der Rüstungsindustrie.
Ein Plakat gegen «Asyl-Missbrauch» aus den 1990er-Jahren veranschaulicht die Migrationsdebatte nach den Jugoslawienkriegen. Dass diese Migrationsbewegung heute den Schweizer Alltag mitprägt, zeigen etwa Ajvar-Gläser, die es bei jedem Detailhändler gibt.
Die Ausstellung endet mit den Geräuschen des Krieges. Ukrainische Geflüchtete ahmen dabei Schüsse, Artilleriefeuer und Alarmsirenen mit ihrer eigenen Stimme nach.
Die Ausstellung dauert vom 17. April 2026 bis am 17. Januar 2027.






