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Migros Zürich will bis zu 40 Tegut-Märkte an Rewe verkaufen

Keystone-SDA
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Zürich,

Der deutsche Lebensmittelhändler Rewe plant, bis zu 40 Filialen der Supermarktkette Tegut von der Genossenschaft Migros Zürich zu übernehmen. Wie das Unternehmen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mitteilte, wurde ein entsprechender Vertrag mit der Migros Zürich unterzeichnet.

Tegut
Rewe will einen Grossteil der Tegut-Märkte, die zuvor der Migros Zürich gehörten, übernehmen. - keystone

Die Transaktion steht laut den Angaben noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch das deutsche Bundeskartellamt. Gibt die Behörde grünes Licht, will Rewe den Grossteil der Tegut-Märkte selbst betreiben, die übrigen sollen an die Discountertochter Penny gehen.

Zum Kaufpreis äusserte sich Rewe ebenso wenig wie zu den betroffenen Standorten. Den Beschäftigten will Rewe ein Jobangebot machen. Die meisten Tegut-Filialen befinden sich im Bundesland Hessen.

Die Migros hatte im März angekündigt, sich aus Deutschland zurückzuziehen und Tegut verkaufen zu wollen. Rund 200 der insgesamt gut 300 Märkte der Kette will der Lebensmitteleinzelhändler Edeka übernehmen. Das Geschäft bedarf ebenfalls einer Zustimmung des Kartellamtes. Auch Aldi Nord interessiert sich nach Informationen der dpa für einzelne Standorte. Migros hatte bereits im März bekanntgegeben, mit Rewe zu verhandeln.

Die Marke Tegut soll aufgegeben werden. Unklar ist bislang, wie viele Märkte bestehen bleiben. «Die Filialen werden zu grössten Teilen an andere Lebensmitteleinzelhändler verkauft», heisst es im Jahresabschluss der Genossenschaft Migros Zürich.

Rechtsexperten sehen die geplanten Übernahmen kritisch. Rupprecht Podszun, Kartellrechtler der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf beklagt eine zu hohe Marktmacht der grossen Handelsketten in Deutschland. Er erwartet eine besonders intensive Prüfung durch das Kartellamt. Podszun hält es sogar für möglich, dass die Behörde die Vorhaben ganz oder teilweise untersagt.

Die 2013 übernommene Tegut war schon länger ein Sorgenkind der Migros Zürich. Ursprünglich setzte die Genossenschaft für den chronisch defizitären Einzelhändler eine Frist bis Ende 2026. Tegut betreibt mehr als 300 Supermärkte in sechs deutschen Bundesländern.

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Kommentare

User #2468 (nicht angemeldet)

Die Migros machte den Fehler, dass sie sich in die Breite statt Tiefe ausgenaut hatten. Überall mitmischen aber kein richtiges Sortiment. Es fehlte an Auswahl..Wenn ich z.B.an die Elektr.abteilung St.Gallen Säntispark denke. Sie hatten von allem etwas aber keine Auswahl. Diese Strategie rächt sich jetzt und kostet viel Geld.

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