Büros von Präsidenten-Schwester Milei in Argentinien durchsucht
Die Büros von Argentiniens Präsidenten-Schwester Javier Milei wurden durchsucht.

In der Korruptionsaffäre um die Schwester des argentinischen Präsidenten Javier Milei haben Ermittler am Freitag Büros der nationalen Behörde für Menschen mit Behinderungen (Andis) durchsucht. Auch beim Pharmaunternehmen Suizo Argentina gab es eine Razzia, wie die Polizei mitteilte.
Auslöser des Skandals war die Veröffentlichung von Audioaufnahmen des inzwischen entlassenen Andis-Leiters Diego Spagnuolo. Er sagt darin, Karina Milei habe Gelder in die eigene Tasche gesteckt, die für Menschen mit Behinderung bestimmt waren. Nach seinen Angaben erhielt Milei, die als Generalsekretärin des Präsidenten tätig ist, drei Prozent der Summe, die die Behörde für den Kauf von Arzneimitteln bei Suizo Argentina ausgebe.
Javier Milei wies die Anschuldigungen zurück und bezichtigte Spagnuolo der Lüge. Karina Milei äusserte sich bislang nicht zu den Vorwürfen.
Rückgang der Wirtschaftsleistung in Argentinien
Javier Milei macht derzeit Wahlkampf für die Parlamentswahlen im Oktober, die als erster Test für den Präsidenten seit seinem Amtsantritt im Dezember 2023 gelten. Der Populist verfolgt eine drastische Sparpolitik und hat tausende Beamte entlassen, Subventionen gestrichen und die Arbeit auf öffentlichen Baustellen eingefroren. Er sorgte so für den ersten Haushaltsüberschuss in Argentinien seit 14 Jahren, die Inflation sank deutlich.
Kehrseite der Medaille waren ein Rückgang der Wirtschaftsleistung, der Wegfall von Arbeitsplätzen und Einschnitte bei Renten und der Unterstützung von Menschen mit Behinderungen.
Immer wieder gibt es Proteste gegen den strikten Sparkurs der Regierung. Bei einem Wahlkampfauftritt am Mittwoch griffen Demonstranten den Präsidenten und seine Schwester mit Steinen und Flaschen an.