Australien verbannt KI-Songs aus den Charts

Keystone-SDA
Keystone-SDA

Australien,

Künstliche Intelligenz bekommt in Australiens Musikbranche eine klare Grenze gesetzt:

ARCHIV - Die Sängerin Madonna gibt am Time Square in New York ein Überraschungskonzert. Foto: Nancy Kaszerman/ZUMA Press Wire/dpa
ARCHIV - Die Sängerin Madonna gibt am Time Square in New York ein Überraschungskonzert. Foto: Nancy Kaszerman/ZUMA Press Wire/dpa - Keystone/ZUMA Press Wire/Nancy Kaszerman

Die offiziellen Hitparaden des Landes wollen künftig keine Songs mehr berücksichtigen, die überwiegend oder vollständig von KI erzeugt wurden. Erlaubt bleiben dagegen Aufnahmen, bei denen Künstliche Intelligenz nur als Hilfsmittel zum Einsatz kommt.

Die Australian Recording Industry Association (ARIA), die Australiens offizielle Musik-Charts betreibt, hat dafür ihren Verhaltenskodex geändert. Eine Aufnahme muss demnach «wesentlich von Menschen gemacht» sein und darf nicht durch künstlich erzeugte Streams oder andere Tricks in den Charts nach oben gebracht worden sein. Die neuen Regeln gelten ab Freitag.

Madonna-Cover stürmt die Charts – mit KI-Gesang

Besonders im Fokus stand zuletzt eine Cover-Version von Madonnas «Like a Prayer» des australischen DJs und Produzenten Josh Fawaz. Der Song wurde im Juli zum meistgespielten Stück im australischen Radio und schaffte es auf Platz vier der ARIA-Charts – später kam aber heraus, dass Gesang und Schlagzeug mit Hilfe von KI erzeugt wurden. Nach den neuen Regeln könnte ein solcher Einsatz dazu führen, dass ein Song nicht für die Charts zugelassen werde, sagte ein ARIA-Sprecher dem australischen Sender ABC.

ARIA kann künftig Songs von der Aufnahme in die Charts ausschliessen oder sie nachträglich entfernen. Auch Chartplatzierungen können korrigiert und bereits verliehene Auszeichnungen wieder entzogen werden. Künstler und ihre Vertreter können gegen einen Ausschluss Einspruch einlegen und Belege für die Zulässigkeit einer Aufnahme vorlegen.

Regeln sollen weiterentwickelt werden

Die Musikbranche kritisiert schon länger, dass KI-Systeme teilweise mit Aufnahmen von Künstlern trainiert werden, ohne dass die Rechteinhaber dem zugestimmt haben. Gleichzeitig ist Künstliche Intelligenz für viele Musiker längst ein Werkzeug im Produktionsprozess geworden – etwa beim Komponieren, Arrangieren oder Mischen. ARIA will die neuen Regeln deshalb nach eigenen Angaben weiter überprüfen und an die technische Entwicklung anpassen.

Kommentare

Weiterlesen

sbb
79 Interaktionen
«Willkür»
Swiss
44 Interaktionen
Azoren-Landung

MEHR IN NEWS

Aarau
Aarau
bern
Bern
Über 2000 Gäste feierten die 21. Ausgabe der Mykonos Bern.
1 Interaktionen
Bern sieht weiss
Engi GL
Engi GL

MEHR AUS AUSTRALIEN

djokovic
55 Interaktionen
Jelena warnte
Giftpilz
2 Interaktionen
Melbourne
flug
62 Interaktionen
Neuheit
meta
37 Interaktionen
Social-Media-Verbot