Ausgangssperre im englischsprachigen Teil Kameruns verhängt

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    Kamerun,

    Die Behörden in Kamerun haben für den unruhigen englischsprachigen Teil des Landes eine Ausgangssperre verhängt.

    Kameruns Präsident regiert bereits seit 1982.
    Kameruns Präsident regiert bereits seit 1982. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Kamerun verhängt eine Ausgangssperre gegen den englischsprachigen Teil des Landes.
    • Vor einem Jahr hatte der Landesteil symbolisch die Unabhängigkeit ausgerufen.

    Für Kameruns unruhigen englischsprachigen Teil haben die Behörden am Sonntag eine Ausgangssperre verhängt. Der Gouverneur der Unruheregion im Nordwesten des zentralafrikanischen Landes, Adolphe Lele Lafrique, sagte, die Massnahme gelte bis Montag. An diesem Tag wird der symbolischen Ausrufung der Unabhängigkeit des anglophonen Teils von Kamerun vor einem Jahr gedacht.

    Die Unabhängigkeitsbewegung beklagt eine Diskriminierung der Anglophonen durch die Frankophonen. Sie erklärte am 1. Oktober 2017 symbolisch die Unabhängigkeit des Staates «Ambazonia», nachdem der langjährige kamerunische Staatschef Paul Biya ihre Forderung nach mehr Autonomie zurückgewiesen hatte. Der Präsident reagierte mit aller Härte und ordnete Ausgangssperren, Durchsuchungen und Reisebeschränkungen an. Am kommenden Sonntag strebt der seit 1982 über Kamerun herrschende 85-jährige Biya bei der Präsidentschaftswahl sein siebtes Mandat an.

    Etwa ein Fünftel der Kameruner gehört der englischsprachigen Minderheit an, die übrigen Bewohner des Landes gehören zur französischsprachigen Mehrheit. Die sprachliche Aufteilung des Landes ist eine Folge der Kolonialzeit.

    Im bewaffneten Konflikt mit den Unabhängigkeitskämpfern im Nordwesten und Südwesten Kameruns starben seit Ende 2017 hunderte Zivilisten und dutzende Sicherheitskräfte, mehr als 185.000 Kameruner flohen vor den Kämpfen. Dem zentralafrikanischen Land macht ausserdem die im Norden aktive Islamistenorganisation Boko Haram zu schaffen.

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