Aufräumarbeiten nach Angriff auf Regierungsviertel in Brasília

    Keystone-SDA
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    Brasilien,

    Anhänger von Brasiliens Ex-Präsident Bolsonaro hinterliessen bei ihrem Angriff auf das Regierungsviertel Chaos. Jetzt hat das Aufräumen begonnen.

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    Ein Anhänger von Ex-Präsident Jair Bolsonaro steht im Regierungssitz in Brasiliens Hauptstadt Brasilia. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Aufräumarbeiten in Brasiliens Hauptstadt haben begonnen.
    • Sicherheitskräfte haben 60 Tonnen Müll weggeschafft.
    • Die Hauptstrasse im Regierungsviertel bleibt vorerst gesperrt.

    Nach dem Angriff radikaler Anhänger des früheren brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro auf das Regierungsviertel haben in Brasília die Aufräumarbeiten begonnen.

    Sicherheitskräfte räumten ein Zeltlager der Unterstützer des rechten Ex-Staatschefs vor dem Hauptquartier der Streitkräfte in der brasilianischen Hauptstadt und schafften 60 Tonnen Müll weg, wie das Nachrichtenportal «G1» am Dienstag berichtete.

    Die Bolsonaro-Fans hatten nach der Wahlniederlage des Ex-Militärs rund zwei Monate vor dem Hauptquartier kampiert und immer wieder ein Eingreifen der Streitkräfte zugunsten des abgewählten Präsidenten gefordert. Sie hinterliessen Zelte, Stühle, Holzkonstruktionen und Müll.

    Hunderte Menschen nach Angriff festgenommen

    Auf den Strassen der Hauptstadt kehrte unterdessen weitgehend wieder Ruhe ein. Die Hauptstrasse im Regierungsviertel zwischen den Ministerien blieb vorerst aber gesperrt,

    Am Montag hatte die Polizei in dem Camp rund 1200 Menschen festgenommen und zur Akademie der Bundespolizei gebracht, um ihre Personalien festzustellen. Nach einer Vernehmung sollte entschieden werden, ob sie freigelassen oder in Untersuchungshaft genommen werden, teilte Justizminister Flávio Dino mit. Direkt beim Angriff auf das Regierungsviertel waren bereits 300 Menschen festgenommen worden.

    Jair Bolsonaro
    Anhänger von Jair Bolsonaro stehen auf dem Dach des Kongressgebäudes in Brasilia. - Eraldo Peres/AP/dpa

    Mütter von kleinen Kindern und ältere Menschen aus dem Protestcamp wurden nach der Registrierung bereits wieder auf freien Fuss gesetzt. Die Bundespolizei liess sie der Nacht auf Dienstag (Ortszeit) in zwei Bussen wegfahren, wie das Portal «G1» berichtete.

    Um die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten, sollen nun mehr als 600 zusätzliche Polizisten aus anderen Teilen des Landes in die Hauptstadt verlegt werden. Die Beamten werden aus 15 Bundesstaaten in den Bundesdistrikt entsandt, wie die Zeitung «Folha de S. Paulo» schrieb.

    Lage erst nach Stunden unter Kontrolle

    Am Sonntag hatten aufgebrachte Bolsonaro-Anhänger den Kongress, den Obersten Gerichtshof und den Regierungssitz Palácio do Planalto gestürmt und in den Gebäuden erhebliche Schäden angerichtet. Die Polizisten vor Ort wirkten überfordert, einige schienen mit den Angreifern sogar zu sympathisieren. Erst nach Stunden brachten die Sicherheitskräfte die Lage wieder unter Kontrolle. Der Sicherheitschef von Brasília wurde umgehend entlassen, die öffentliche Sicherheit in Brasília per Dekret unter Bundesaufsicht gestellt.

    brasilia
    Polizisten führen festgenommene Bolsonaro-Anhänger ab. - AFP

    Nach dem Angriff auf das Regierungsviertel gingen Tausende Brasilianer für die Verteidigung der Demokratie auf die Strasse. Die Demonstranten in den Millionenmetropolen São Paulo und Rio de Janeiro sowie in anderen Städten des südamerikanischen Landes forderten harte Konsequenzen für die Täter, wie «G1» berichtete.

    Bolsonaro verlor Stichwahl

    Demnach trugen die Demonstranten Plakate mit Aufschriften wie «Keine Amnestie und kein Verzeihen. Wir wollen Bolsonaro im Gefängnis». Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva warf seinem Vorgänger Bolsonaro vor, seine Anhänger aufgestachelt zu haben. Der ehemalige Präsident wies die Anschuldigungen zurück.

    Der rechte Präsident Bolsonaro war im vergangenen Oktober dem Linkspolitiker Luiz Inácio Lula da Silva in der Stichwahl unterlegen und zum Jahreswechsel aus dem Amt geschieden. Bereits vor der Wahl hatte er immer wieder Zweifel am Wahlsystem gestreut. Beweise dafür legte er allerdings nie vor. Auch nach der Abstimmung erkannte er seine Niederlage nie ausdrücklich an. Seine Anhänger blockierten immer wieder Landstrassen, kampierten vor Kasernen und forderten eine Militärintervention zugunsten des abgewählten Staatschefs.

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