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    Äthiopiens Armee meldet Einnahme von Tigrays Hauptstadt Mekele

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    Äthiopien,

    Die äthiopische Armee hat nach eigenen Angaben die Hauptstadt der abtrünnigen Region Tigray unter ihre Kontrolle gebracht.

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    Ein Kämpfer in Äthiopien. - AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • Benachbartes Eritrea trotzdem unter Beschuss aus Tigray.

    Die Militäroffensive in der Region sei damit abgeschlossen, schrieb Äthiopiens Regierungschef Abiy Ahmed am Samstagabend im Onlinedienst Twitter. Allerdings schlugen in der Nacht zum Sonntag mehrere aus Tigray abgefeuerte Raketen in der eritreischen Hauptstadt Asmara ein. Es wurde vermutet, dass die die bislang in Tigray regierende Volksbefreiungsfront TPLF hinter diesen Angriffen stand.

    Nach Angaben der Regionalregierung von Tigray griff die äthiopische Armee das Stadtzentrum der Hauptstadt Mekele mit «schweren Waffen und Artillerie» an. Auch Zivilisten und Infrastruktur seien gezielt angegriffen worden.

    Der äthiopische Armeechef Berhanu Jula erklärte, seine Truppen hätten Mekele «vollständig unter Kontrolle» gebracht. Bis Sonntagmittag war es unmöglich, diese Angaben unabhängig zu überprüfen. Nach Regierungsangaben besetzte die Armee den Flughafen, öffentliche Institutionen, den Sitz der Regionalverwaltung und andere wichtige Einrichtungen. Die TPLF gab zunächst keine Erklärung ab.

    Die US-Botschaft im benachbarten Eritrea meldete jedoch, dass in der Nacht zum Sonntag sechs Explosionen die Hauptstadt Asmara erschütterten. Zwei Diplomaten in Addis Abeba sagten der Nachrichtenagentur AFP, offenbar seien militärische Einrichtungen und der Flughafens von Asmara mit Raketen angegriffen worden. Die TFLP hatte vor zwei Wochen einen ähnlichen Anschlag verübt, da sie der eritreischen Regierung vorwirft, die äthiopische Armee zu unterstützen. Eritrea wies dies zurück. Ob die TFLP auch hinter den neuen Angriffen stand, blieb zunächst unklar.

    Äthiopiens Armeechef Berhanu sagte, seine Soldaten machten nun «Jagd auf Mitglieder der TPLF-Junta, die sich verstecken». Regierungschef Abiy erklärte, die Armee sei bei ihrer Offensive mit «Präzision und der nötigen Sorgfalt» vorgegangen, um zivile Opfer in der 500.000-Einwohner-Stadt zu vermeiden.

    Die Regionalregierung erklärte hingegen, auch Zivilisten seien zum Ziel der Angriffe geworden. Die Region Tigray rufe «alle, die ein reines Gewissen haben, einschliesslich der internationalen Gemeinschaft, dazu auf, die Angriffe und Massaker mit Artillerie und Kampfflugzeugen zu verurteilen», hiess es in einer im Fernsehen verlesenen Stellungnahme. Mehrere Viertel in Mekele seien «von Militärflugzeugen bombardiert» worden. Die Überprüfung von Aussagen der Konfliktparteien ist schwierig, da die Region seit Beginn der Unruhen praktisch von der Welt abgeschnitten ist.

    In Tigray gibt es bereits seit Monaten Spannungen. Die dort regierende TPLF dominierte drei Jahrzehnte lang die äthiopische Politik, bevor der aktuelle äthiopische Regierungschef Abiy 2018 an die Macht kam. Die TPLF erkennt Abiy nicht an, der im vergangenen Jahr mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden war. Anfang des Monats sandte Abiy Streitkräfte nach Tigray, wodurch der Konflikt mit der TPLF vollends entbrannte.

    Mehrere tausend Menschen sind nach Schätzungen der auf Konflikte spezialisierten International Crisis Group (ICG) bei den Kämpfen in Äthiopien bisher getötet worden. Mehr als 43.000 Menschen flohen nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) aus dem Konfliktgebiet in den benachbarten Sudan.

    Um die Flüchtlinge zu versorgen, braucht der Sudan nach Angaben von UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi umgerechnet rund 125 Millionen Euro. Dieses Geld werde gebraucht, um zumindest für sechs Monate die Geflüchteten aus dem Nachbarland zu versorgen. Grandi rief bei einem Besuch in dem rund 80 Kilometer von der Grenze entfernten Flüchtlingslager Um Rakuba die Weltgemeinschaft zu Spenden auf, um den Menschen Wasser, eine Unterkunft und medizinische Versorgung geben zu können.

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