Äthiopien setzt Übergangregierung in Konfliktregion Tigray ein
Nach monatelangen Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen in der nördlichen Region Tigray hat Äthiopien eine Übergangsregierung in dem Verwaltungsbezirk eingesetzt.

Die Aufgabe der für sechs Monate eingesetzten Verwaltung sei es, öffentliche Dienstleistungen anzubieten, für Sicherheit zu sorgen und die Rückkehr von Vertriebenen zu ermöglichen, hiess es in einer Mitteilung des Büros von Ministerpräsident Abiy Ahmed.
Die bisherige Landesregierung Tigrays sei damit aufgelöst, hiess es. Die Übergangsregierung, die unter Leitung und Aufsicht der Zentralregierung arbeite, solle Regionalwahlen vorbereiten. Ein Wahltermin wurde nicht genannt.
Nach Angaben der Regierung hatten die Rebellen der Tigray Volksbefreiungsfront (TPLF) ein 2022 geschlossenes Friedensabkommen, das einen zweijährigen Konflikt mit Zehntausenden Toten und Millionen Vertriebenen beilegen sollte, behindert.
Das Abkommen sah unter anderem einen Waffenstillstand und die Entwaffnung der TPLF vor. Die TPLF, die in dem Land am Horn Afrikas fast 30 Jahre lang die Regierung stellte, fordert den Staat immer wieder heraus, seitdem ihre politische Vorrangstellung 2018 mit der Wahl Abiys endete.
Regierungsvertreter in Addis Abeba werfen zudem dem Nachbarland Eritrea vor, den Konflikt anzuheizen. Politischen Beobachtern zufolge sind bereits zahlreiche äthiopische Regierungstruppen an der Grenze zu Eritrea stationiert, das enge Beziehungen zur TPLF pflegt. Auch eritreische Truppen sollen sich in Grenzstädten mit Äthiopien aufgestellt haben.










