Amnesty nennt Zustände im Strafvollzug von Madagaskar unmenschlich

    AFP
    AFP

    Madagaskar,

    Madagaskars Strafvollzug weist erhebliche Mängel auf – besonders die Untersuchungshaft. Kinder und Verbrecher teilen sich unter Umständen sogar die Zelle.

    Amnesty
    Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International wirft der Regierung in Ägypten eine mangelnde Strategie und zu wenig Transparenz beim Kampf gegen das Coronavirus vor. (Archivbild) - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • In Madagaskar warten rund 11'000 in Untersuchungshaft auf ihren Prozess.
    • 52 Menschen seien dabei im vergangenen Jahr gestorben.

    Amnesty International hat eklatante Missstände im Strafvollzug Madagaskars kritisiert. 52 Menschen seien im vergangenen Jahr in Untersuchungshaft gestorben, heisst es in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht der Menschenrechtsorganisation. 11'000 Menschen, mehr als die Hälfte der Gefangenen, warteten demnach noch auf ihren Prozess. Viele seien wegen geringfügiger Delikte wie Hühner- oder Handydiebstahl eingesperrt.

    Die schlechten Bedingungen, unter denen die Menschen in Untersuchungshaft festgehalten würden, entsprächen «eindeutig grausamer, unmenschlicher und entwürdigender Behandlung», heisst es in dem Bericht mit dem Titel «Bestraft wegen Armut». Amnesty hatte dafür neun Haftanstalten besucht.

    Kinder und Verbrecher teilen sich Zellen

    Der zuständige Amnesty-Regionaldirektor Deprose Muchena sagte, viele Häftlinge seien lange Zeit eingesperrt, ohne dass ihr Prozess beginne. So sei ein Mann wegen Viehdiebstahls dreieinhalb Jahre inhaftiert. In einigen Fällen müssten Kinder die Zellen mit Verbrechern teilen. Die Ärmsten, die sich keine Anwälte leisten könnten, litten besonders unter den Haftbedingungen.

    Interimspräsident Rivo Rakotovao nannten den Amnesty-Bericht «traurig und inakzeptabel». Die Richter hätten oft aber keine andere Wahl, als die Menschen ins Gefängnis zu schicken, um sie vor Rache und Vergeltung zu schützen. Die Gefängnisse seien überlastet und überaltert, räumte er ein. Seit der Unabhängigkeit Madagaskars 1960 habe niemand mehr in den Strafvollzug investiert.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    1 Interaktionen
    Haftbefehl erlassen
    1 Interaktionen
    Haftbefehl erlassen
    Südsudan

    MEHR IN NEWS

    Man muss die Eltern kritisieren, nicht die Kinder!
    386 Interaktionen
    Schweigepfad-Lärm
    Frankfurt/Main
    Tessiner Polizei
    1 Interaktionen
    Biasca TI
    Cédric Wermuth
    11 Interaktionen
    Bern

    MEHR AUS MADAGASKAR

    Madagaskar
    25 Interaktionen
    Bern
    Antananarivo
    Madagaskar
    Antananarivo
    Madagaskar
    1 Interaktionen
    In Madagaskar