Algerien plant Truppenentsendung in den Niger
Algerien hat erstmals seit mehr als 50 Jahren die Entsendung von Bodentruppen ins Ausland beschlossen. Nach Angaben des Büros von Präsident Abdelmadjid Tebboune hat das Parlament beschlossen, Armeeeinheiten in das Nachbarland Niger zu entsenden. Damit sollten gemeinsame Energie- und Wirtschaftsinteressen geschützt werden, hiess es.

Die Entscheidung sei auf Anfrage der nigrischen Behörden getroffen worden, teilte das algerische Präsidialamt mit. Beide Kammern des algerischen Parlaments hätten dem Vorhaben in nichtöffentlichen Plenarsitzungen einstimmig zugestimmt. Details zur Anzahl der Truppen oder zum Zeitpunkt der Entsendung gab es zunächst nicht.
Es ist das erste Mal seit 1973, dass das nordafrikanische Land einen solchen Auslandseinsatz beschlossen hat. Damals entsandte Algerien Streitkräfte nach Ägypten, um die arabische Koalition im Krieg gegen Israel zu unterstützen.
Lange Zeit verfolgte Algerien das Prinzip der Nichteinmischung. Erst durch eine Verfassungsreform im Jahr 2020 wurde dem algerischen Präsidenten unter Auflagen wieder erlaubt, Truppen im Ausland einzusetzen.










