Zahl der Toten durch Polizeigewalt in den USA steigt

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    Im vergangenen Jahr wurden mehr als drei Menschen pro Tag von der US-Polizei getötet. Überproportional betroffen sind Schwarze.

    Eine Protestaktion in Minneapolis nach dem Tod von Daunte Wright: «Es ist nicht euer Job, Menschen zu töten».
    Eine Protestaktion in Minneapolis nach dem Tod von Daunte Wright: «Es ist nicht euer Job, Menschen zu töten». - John Minchillo/AP/dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Toten durch Polizeigewalt in den USA auf 1176.
    • In weniger als zwei Prozent aller Fälle seit 2013 wurde anklage erhoben.
    • 24 Prozent der Getöteten waren dunkelhäutig.

    US-Polizisten im Einsatz haben 2022 laut einer Erhebung mehr Menschen getötet als in irgendeinem der zehn Jahre zuvor. Die gemeinnützige Initiative «Mapping Police Violence» hat 1176 Fälle erfasst, in denen Polizisten im Dienst einen Menschen in den Vereinigten Staaten töteten – mehr als drei pro Tag. 2021 waren dies 1145 gewesen. 24 Prozent der Getöteten seien Schwarze gewesen, obwohl sie nur 13 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen.

    Seit Beginn der Erhebung der Statistik 2013 sei in weniger als zwei Prozent der Fälle Anklage gegen Polizisten erhoben worden. Nur in rund einem Drittel der Fälle sei der Übergriff nach Verdacht auf ein Gewaltverbrechen geschehen, in den meisten Fällen seien Menschen beispielsweise bei Verkehrskontrollen, nach Störung der öffentlichen Ordnung oder Überprüfung der geistigen Gesundheit getötet worden. Es würden sowohl Opfer registriert, die durch Waffen als auch ohne Waffen getötet worden seien, nicht aber durch Unfälle. Dies erklären die Autoren auf ihrer Webseite.

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    US-Polizisten bei einem Einsatz. - Keystone

    Auch die «Washington Post» erhebt mit einer eigenen Recherche seit 2015 Tote durch Polizeigewalt, erfasst aber nur Tote, die durch Schusswaffen starben. 2022 gab es laut der Zeitung 1090 solche Fälle – auch dies ist ein Höchstwert seit dem Start der Statistik.

    2019 hatte eine Studie der Rutgers University ergeben, dass im Durchschnitt einer von tausend schwarzen Männern in den USA durch Polizisten getötet wird. Für Nicht-Weisse zählt Polizeigewalt laut der in «Proceedings of the National Academy of Sciences» veröffentlichten Arbeit zu den häufigsten Todesursachen in den Vereinigten Staaten.

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