USA warnte Iran: Israel wollte Top-Verhandler ausschalten
Während der Verhandlungen mit dem Iran befürchteten die USA weitere Anschläge Israels. Dies soll zu einer indirekten Warnung an den Iran geführt haben.

Das Wichtigste in Kürze
- Irans Aussenminister und Parlamentssprecher sollen zu den Zielen Israels gehört haben.
- Beide spielten in den Gesprächen mit den USA über einen Friedensdeal eine Rolle.
- Die Amerikaner sollen deshalb versucht haben, den Iran vor einem Anschlag zu warnen.
US-Beamte befürchteten im Frühling, dass Israel zwei von Irans hochrangigsten Gesprächspartner ausschalten will: Aussenminister Abbas Araghchi und Parlamentssprecher Mohammed Bagher Ghalibaf.
Diese Pläne soll Israel im Frühling verfolgt haben, berichtet die «New York Times». In dieser Zeit fielen auch die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran.
Die Tötung der beiden hätte die Gespräche über einen vorübergehenden Friedensdeal womöglich zum Scheitern verurteilt.
Aus diesem Grund sollen die USA andere Länder in Nahost gebeten haben, den Iran zu warnen. Das berichtet die «NYT» unter Berufung auf aktuelle und ehemalige US-Beamte.
Tötung schmälert US-Chancen auf Deal
Die Warnung demonstriert, wie die Kriegsziele der USA und Israel nach dem gemeinsamen Angriff im Februar auseinanderdrifteten.
Israel verfolgte im Iran einen Regimewechsel und schaltete hochrangige Führungspersonen aus. Dazu gehören Ajatollah Ali Chamenei und der oberste Sicherheitsbeamte Ali Laridschani. Letzterer war bereits in die Gespräche mit den USA involviert.
Die USA hingegen strebten bald nach einem Friedensdeal. Dazu brauchten sie Aussenminister Abbas Araghchi und Parlamentssprecher Mohammed Bagher Ghalibaf wohl lebend. «Wenn man diese Leute tötet, tötet man die Pragmatiker», zitiert die «Washington Post» einen US-Beamten.
Wären beide weg, drohen den USA die Gesprächspartner auszugehen. Israel hingegen war einem Friedensabkommen gegenüber schon früh skeptisch.
Mutmassliche Israel-Ziele besuchten Bürgenstock
Einen Anschlagsversuch auf Ghalibaf soll es Berichten zufolge im April gegeben haben. Damals reiste der iranische Parlamentssprecher zu Gesprächen mit US-Vizepräsident JD Vance nach Pakistan.
Auf dem Heimflug habe sein Flugzeug notlanden müssen, da der Iran einen Angriff Israels vermutete. Zwei israelische Kampfjets sollen damals in den iranischen Luftraum eingedrungen sein.

Sowohl Parlamentssprecher Ghalibaf als auch Aussenminister Araghchi reisen aber weiterhin persönlich an wichtige Treffen. Im Juni befanden sich beide auf dem Bürgenstock, wo auch Vance zugegen war.
Israel dementiert Bericht über Pläne
Das Büro von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu weist derweil den Bericht der US-Zeitung über die geplanten Anschläge zurück.
The Prime Minister’s Office:
— Prime Minister of Israel (@IsraeliPM) July 3, 2026
As usual, The New York Times' latest story about Israel and the Iranian negotiators is fake news.
A complete fabrication of reality.
In einer Stellungnahme steht: «Wie üblich ist der jüngste Bericht der ‹New York Times› über Israel und die iranischen Verhandlungsführer eine Falschmeldung». Es handle sich um «eine völlige Verfälschung der Realität».
















