Trump: Israel muss mehr Verantwortung zeigen beim Libanon
Israel muss beim Krieg gegen die Hisbollah-Miliz im Libanon nach Worten von US-Präsident Donald Trump verantwortungsvoller handeln. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu «muss mehr Verantwortung zeigen mit Blick auf den Libanon».

Das sagte Trump heute bei einem Treffen mit Katars Emir Tamim bin Hamad Al Thani am Rande des G7-Gipfels im französischen Évian. «Ich bin nicht glücklich damit, wie Israel sich mit dem Libanon und der Hisbollah verhalten hat», sagte Trump.
Israel kämpfe schon «zu lang» gegen die Hisbollah und «zu viele Menschen werden getötet», sagte Trump zu dem Krieg, bei dem im Libanon etwa 3.800 Menschen getötet und etwa 11.700 weitere verletzt wurden. «Man muss nicht jedes Mal ein Wohnhaus zum Einsturz bringen, wenn man nach jemandem sucht. Denn in diesen Wohnhäusern sind viele Menschen, und die sind nicht alle Hisbollah», sagte Trump mit Blick auf Israels Angriffe.
Der Krieg im Libanon gilt als eine der grössten Hürden für das Rahmenabkommen im Iran-Krieg. Der Iran – der wichtigste Unterstützer der Hisbollah – hat erklärt, dass neue israelische Angriffe auf den Libanon und weitere Besetzung der Gebiete als Verstoss gegen die Vereinbarung betrachtet würden. Israel will seine Bodentruppen aber vorerst nicht aus den besetzten Gebieten in dem Nachbarland zurückziehen mit dem erklärten Ziel, die eigene Bevölkerung in Nordisrael vor weiteren Angriffen der Miliz zu schützen.
Zugleich bezeichnete Trump den Konflikt im Libanon als einen «kleinen Krieg» im Vergleich zum «grossen» Krieg mit dem Iran. «Aber wir haben diese kleine Nervensäge da draussen, die ständig ihre Fratze zeigt, und es ist die Hisbollah», sagte Trump.
Das Verhältnis mit Netanjahu bezeichnete Trump als «unglaublich» und «sehr effektiv». Israel wäre ohne ihn schon vor langer Zeit «in die Luft gejagt» worden, sagte Trump mit Blick auf den langen Konflikt Israels mit dem Erzfeind Iran. «Ohne die Vereinigten Staaten gäbe es kein Israel. Ohne mich gäbe es kein Israel», sagte Trump.
Trump brachte erneut eine mögliche Beteiligung Syriens am Krieg im Nachbarland Libanon ins Spiel – eine Idee, von der Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa sich bereits distanziert hat. «Wenn Israel die Sache nicht erledigen kann, ohne alle anderen zu töten», werde al-Scharaa es tun, sagte Trump.






