Schwiegersohn von Donald Trump verdient am Baltimore-Zerfall
Baltimore sei ein «verseuchter Saustall», sagt Donald Trump. Nun kommt ans Licht: Ausgerechnet sein Schwiegersohn verdient Geld am Zerfall der Stadt.

Das Wichtigste in Kürze
- Donald Trump hat eine Hasstirade gegen die Stadt Baltimore losgelassen.
- Die Stadt sei ein «ekelerregender, von Ratten und anderen Nagern verseuchter Saustall.»
- Wie sich nun herausstellt, verdient sein Schwiegersohn Jared Kushner daran.
- Kushners Immobilienfirma besitzt Tausende Häuser in Baltimore.
Der «schlimmste» und «gefährlichste» Ort der USA - «Kein Mensch würde dort leben wollen.» Mit seiner Hasstirade über die Stadt Baltimore hat sich US-Präsident Donald Trump ordentlich Kritik eingebrockt. Er brachte damit einen CNN-Moderator zum Weinen, und den afroamerikanischen Abgeordneten Elijah Cummings in Rage.
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Denn Trump beschimpft Cummings Wahlkreis als «ekelerregender, von Ratten und anderen Nagern verseuchter Saustall». Wie sich nun herausstellt, profitiert jedoch ausgerechnet Trumps Schwiegersohn vom Zerfall der Stadt.
Schwiegersohn von Donald Trump besitzt Tausende Wohnungen
Am Sonntag bemerkte der führende Lokalpolitiker in Baltimore John Olszewski Jr., dass die Hasstirade einer gewissen Ironie entbehre. So leiste Trumps Schwiegersohn doch einen gewissen Beitrag zu diesen Zuständen, über die der Präsident so besorgt sei.
#WeAreBaltimore https://t.co/awmEKdQwsL
— Johnny Olszewski, Jr. (@JohnnyOJr) July 29, 2019
Jared Kushner, seit 2009 Ehemann von Ivanka Trump, ist Immobilienentwickler. Dieser trat zwar vom Chefposten seines Immobilienunternehmens zurück, als Trump ihn Anfang 2017 zu seinem persönlichen Berater ernannte. Doch er ist indirekt weiter an Tausenden Wohnungen in Baltimore beteiligt, wie viele US-Medien anlässlich von Trumps Tiraden berichten.
Kushners Immobilienfirma Kushner Companies gehören in Baltimore mehr als 6000 Wohnungen in 17 Wohnkomplexen. Häuser, in denen vor allem arme und meist schwarze Menschen leben würden.
90 Millionen Dollar Einnahmen auf Kosten der Reparaturen
Zwar machte der Kushner-Konzern vor allem mit milliardenschweren Investments und spektakulären Hochhausprojekten in Manhattan Schlagzeilen. Doch würden die zum Grossteil für Schnäppchenpreise nach der Finanzkrise aufgekauften Wohnsiedlungen bis heute für beständige Renditen sorgen.

Die jährlichen Einnahmen würden etwa 90 Millionen Dollar betragen. Die Verwaltung von Baltimore County beschäftigt sich bereits seit Jahren mit Kushners fragwürdigem Gebaren als Vermieter. 2017 haben Vertreter Daten veröffentlicht, wonach Kushners Firma verantwortlich sei für mehr als 200 Regelverletzungen innerhalb eines Jahres.
Reparaturen seien – wenn überhaupt – erst erfolgt, nachdem das County mit Bussgeld gedroht habe. In einigen Fällen habe die Firma lieber das Verwarngeld bezahlt, als Handwerker zu schicken.
Eine Recherche der «New York Times» brachte 2017 ans Licht, dass viele Häuser und Wohnungen in miesem Zustand sind. In manchen regnete es durch das Dach, andere waren von Mäusen und anderem Ungeziefer befallen. Ein Mieter bezeichnete die Firma des Schwiegersohnes von Donald Trump nicht als Wohnungs-, sondern als «Slum-Vermieter».










