10 Jahre ist der Amoklauf an der «Sandy Hook»-Grundschule in Connecticut her. Der Waffenhersteller entschädigt die Opferfamilien nun mit 73 Millionen US-Dollar.
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Der Waffenhersteller Remington stimmt einem Vergleich mit den Opferfamilien zu. - keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Der Amoklauf auf die Sandy Hook School in dem US-Bundesstaat Connecticut ist 10 Jahre her.
  • Die Opferfamilien erhalten eine Entschädigung von insgesamt 73 Millionen US-Dollar.
  • Der Waffenhersteller Remington stimmt nun dem Vergleich zu.

Zehn Jahre nach dem Massaker an der Sandy-Hook-Grundschule in Connecticut hat der Waffenhersteller Remington einem Vergleich mit Opferfamilien zugestimmt.

Die Kläger erhalten eine Entschädigung von 73 Millionen Dollar (65 Millionen Euro), wie ein Opferanwalt am Dienstag sagte. Bei der Attacke mit 26 Toten hatte der Angreifer ein von Remington hergestelltes Sturmgewehr verwendet. Medienberichten zufolge ist es das erste Mal, dass ein Hersteller für ein Schusswaffenmassaker zur Verantwortung gezogen wird.

Eines der schlimmsten Schulmassaker in der US-Geschichte

Der 20-jährige Täter Adam Lanza hatte bei seinem Angriff auf die Sandy-Hook-Grundschule in der Stadt Newtown am 14. Dezember 2012 mit einem halbautomatischen Gewehr vom Typ Bushmaster 20 Kinder und sechs Erwachsene erschossen. Anschliessend nahm er sich das Leben. Es war eines der schlimmsten Schulmassaker in der US-Geschichte.

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Beim Attentat auf die «Sandy Hook Elementary School» im Dezember 2012 starben 20 Kinder. - keystone

Opferfamilien zogen in der Folge gegen Remington vor Gericht. Sie argumentierten, dass das Unternehmen wissentlich eine Waffe militärischen Typs verkauft habe. Diese sei für den zivilen Gebrauch «in eklatanter Weise ungeeignet» sei.

Die AR-15 gehört zu der ersten Wahl bei den Waffen in den USA

Das halbautomatische Gewehr, das dem bekannten Modell AR-15 ähnelt, sei in unmoralischer Weise vermarktet worden. Die Kläger hoben auch hervor, dass die AR-15 die meistgebrauchten Waffen bei Schusswaffenangriffen mit einer grösseren Zahl von Toten seien.

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Ein Bild des Sturmgewehres AR-15. - Pixabay

Ein Gericht hatte die Klage zunächst abgewiesen. Sie wurde dann aber im März 2019 vom Obersten Gerichtshof von Connecticut zugelassen. Der US-Kongress hatte zwar 2005 ein Gesetz verabschiedet, das Waffenhersteller vor Klagen schützt, wenn ihre Waffen bei Verbrechen eingesetzt werden. Das Gericht erklärte aber, Remington könne wegen eines Verstosses gegen Gesetze gegen unfaire Handelspraktiken verklagt werden.

Lanza hatte das Gewehr zwei Jahre vor dem Massaker von seiner Mutter geschenkt bekommen, die ein grosser Waffenfan war. Lanza, der unter psychischen Problem litt, tötete mit dem Gewehr seine Mutter, bevor er die Schule angriff.

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