Protestnacht in Kolumbien: Zahl der Toten steigt auf mindestens sechs

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    Kolumbien,

    Die Zahl der Toten in Cali ist nach einer weiteren von Gewalt überschatteten Protestnacht in Kolumbien auf mindestens sechs gestiegen.

    Ein wirft in einem Aussenbezirk von Bogotá einen Farbbeutel auf ein Polizeifahrzeug. Foto: Ivan Valencia/AP/dpa
    Ein wirft in einem Aussenbezirk von Bogotá einen Farbbeutel auf ein Polizeifahrzeug. Foto: Ivan Valencia/AP/dpa - sda - Keystone/AP/Ivan Valencia

    Das Wichtigste in Kürze

    • In Kolumbien sterben bei Protesten mindestens sechs Personen.
    • Präsident Duque hatte den Einsatzbefehl für die Polizisten am Freitag erneut verschärft.

    Bei Protesten in Kolumbien sterben mindestens sechs Personen. Dies berichtete die kolumbianische Zeitung «El Tiempo» am Samstag. «RCN Radio» berichtete von mindestens sieben Toten im Zusammenhang mit den Protesten.

    Der kolumbianische Präsident Iván Duque hatte den Einsatzbefehl für die Sicherheitskräfte in der Stadt Cali und dem Department Valle del Cauca, dem Epizentrum der Proteste, am Freitagabend erneut verschärft.

    Kolumbien
    Ivan Duque, Präsident von Kolumbien. (Archivbild) - dpa

    «Dieser Einsatz wird unsere Kapazität in der gesamten Provinz in weniger als 24 Stunden fast verdreifachen», sagte Duque, der in die südwestlich von Bogotá gelegene Stadt gereist war. In der Nacht zum Samstag weitete er die Massnahme auf sieben weitere Departments aus.

    Bewaffnete Auseinandersetzungen

    Am Freitag waren bei bewaffneten Auseinandersetzungen um die Strassenblocken, die die Mobilität der Bewohner und die Versorgung der Stadt seit Tagen beeinträchtigen, vier Menschen ums Leben gekommen.

    Seit Ende April gab es in verschiedenen Städten des südamerikanischen Landes immer wieder zahlreiche Proteste und auch Ausschreitungen. Bislang starben nach Angaben der nationalen Ombudsstelle im Zusammenhang mit den Protesten mindestens 44 Menschen, viele durch Polizeigewalt und die meisten in Cali.

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    Einsatzkräfte haben in Kolumbien einen mächtigen Drogenboss getötet. (Symbolbild) - Keystone

    Steuerreform als Auslöser

    Zunächst hatten die Demonstranten gegen eine inzwischen zurückgenommene Steuerreform protestiert. Der Widerstand gegen eine – nun ebenfalls verworfene – Gesundheitsreform und der Einsatz für den labilen Friedensprozess waren dann einige der neuen Ziele.

    Kolumbien erholt sich derzeit von einem mehr als 50 Jahre langen Bürgerkrieg, in dem 220'000 Menschen starben. 2016 schloss die kolumbianische Regierung Frieden mit der Farc-Guerilla. Die Wirtschaft erlebte einen Aufschwung, der Tourismus boomte - doch der Frieden ist brüchig, die Polizeigewalt ein Rückschlag.

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