In Acapulco kam es nach Hurrikan «Otis» zu zahlreichen Plünderungen. Deshalb patrouillert jetzt die Nationalgarde in dem mexikanischen Badeort.
Hurricane Otis
Ein Mitglied der Nationalgarde bewacht eine zerstörte Mall in Acapulco. EPA/David Guzman - keystone

Angesichts zahlreicher Plünderungen nach Hurrikan «Otis» hat die Nationalgarde 1700 Beamte in den mexikanischen Badeort Acapulco verlegt. Die Einsatzkräfte bewachten Geschäfte, um die öffentliche Ordnung wieder herzustellen, wie die Nationalgarde am Samstag mitteilte. Laut einem Bericht der Zeitung «Milenio» errichteten die Gardisten zudem Strassensperren und kontrollierten Autos. Medienberichten zufolge war es nach dem Durchzug von «Otis» in Acapulco zu zahlreichen Plünderungen gekommen.

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Hurrikan «Otis» richtete in Acapulco Chaos an. EPA/David Guzman - keystone

Dabei nahmen die Menschen nicht nur Lebensmittel und Trinkwasser mit, sondern auch Elektrogeräte und Luxusgüter. Der Arbeitgeberverband Coparmex rief die Behörden dazu auf, entschieden dagegen vorzugehen. «Die Tragödie, die die Menschen durchleben, darf nicht durch die ungerechtfertigten Plünderungen noch verschärft werden», hiess es in einer Stellungnahme.

«Otis» forderte mindestens 27 Todesopfer

Nationalgarde und Streitkräfte verteilten unterdessen Lebensmittel und Trinkwasser an Bedürftige. Einsatzkräfte setzten zudem die Aufräumarbeiten fort, beseitigten umgestürzte Bäume sowie Trümmer und räumten die Strassen frei.

«Otis» war als Hurrikan der höchsten Stufe 5 in der Nacht zum Mittwoch mit anhaltenden Windgeschwindigkeiten von fast 270 Kilometern pro Stunde und Böen von bis zu 330 Stundenkilometern auf die Küste getroffen. In nur zwölf Stunden hatte er sich von einem Tropensturm zu einem gefährlichen Hurrikan entwickelt. Über Land verlor er dann an Kraft und löste sich schliesslich auf.

Hurricane Otis
Die touristische Infrastruktur wurde zerstört. EPA/David Guzman - keystone

Nach Behördenangaben kamen mindestens 27 Menschen ums Leben, weitere vier galten offiziell als vermisst. Viele Angehörige konnten allerdings bislang keinen Kontakt zu ihren Verwandten aufnehmen und veröffentlichten Suchaufrufe auf Facebook, Whatsapp und der Nachrichtenplattform X, ehemals Twitter.

Am Freitag starteten in Acapulco 14 Flüge, um gestrandete Touristen aus dem Katastrophengebiet auszufliegen, wie der Fernsehsender Foro TV berichtete. Zum Zeitpunkt des Sturms sollen rund 100'000 Urlauber in Acapulco gewesen sein. «Nach Kenntnis des Auswärtigen Amtes sind auch deutsche Staatsbürger, die sich in der Region aufhalten, von den Auswirkungen des Hurrikans betroffen», war aus dem Auswärtigen Amt in Berlin zu hören. «Die Deutsche Botschaft in Mexiko bemüht sich mit Hochdruck um Aufklärung und steht dazu in engem Kontakt mit den mexikanischen Behörden.»

Touristische Infrastruktur hart getroffen

Acapulco ist bekannt für seine Klippenspringer und Luxushotels. Auch bei Low-Budget-Touristen ist das Urlaubsziel beliebt. Einst stieg dort der internationale Jetset ab. Wegen der grassierenden Gewaltkriminalität kamen zuletzt allerdings immer weniger Touristen aus dem Ausland. Heute verbringen dort vor allem die Bewohner von Mexiko-Stadt ihre Ferien oder langen Wochenenden.

Die touristische Infrastruktur in der Region wurde durch den Sturm hart getroffen. «Otis» verwüstete Hotels, Restaurants, Diskotheken und Einkaufszentren in Acapulco. Ersten Schätzungen zufolge könnte der Sturm wirtschaftliche Schäden in Höhe von 15 Milliarden US-Dollar (14,2 Milliarden Euro) angerichtet haben.

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