Opfer von El Paso wollten Donald Trump nicht treffen

    Rowena Goebel
    Rowena Goebel

    USA,

    Die Opfer von El Paso lehnten ein Treffen mit Donald Trump ab. Bei seinem Besuch hielt der US-Präsident eine Rede, die bei vielen nicht gut ankam.

    Donald Trump
    Prahlerei statt Mitgefühl: Kritiker erheben nach seiner Rede in El Paso Vorwürfe gegen Donald Trump. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Beim Besuch von Donald Trump lagen noch acht Opfer des El-Paso-Massakers im Spital.
    • Der Präsident traf keines von ihnen – einige weigerten sich aus persönlichen Gründen.
    • Seine Rede vor Ort machte Trump kurzum zur Wahlkampfveranstaltung.

    Nach dem rassistisch motivierten Attentat von El Paso hagelt es erneut starke Kritik für Donald Trump. Mit seinem Besuch am Ort der Tragödie eckt der US-Präsident an – wo Mitgefühl erwartet wurde, hielt er Prahlereien bereit.

    Eigentlich hätte er die acht Opfer des Massakers besuchen wollen, die zu dem Zeitpunkt noch im Spital lagen. Daraus wurde allerdings nichts.

    Während drei ihn aufgrund ihres kritischen Zustandes oder mangelnder Englischkenntnisse nicht empfangen konnten, lehnten die restlichen Patienten ein Treffen ab. Offiziell gaben sie «persönliche Gründe» dafür an, ohne weiter ins Detail zu gehen.

    Donald Trump
    Donald Trump wird nach seinen Besuchen in El Paso und Dayton von Reportern befragt. - Keystone

    Trump besuchte also lediglich zwei bereits entlassene Opfer und das Spitalpersonal, wie «Buzzfeed» schreibt. Was vielen allerdings sauer aufstiess: In seiner darauffolgenden Rede wetterte er gegen Oppositionspolitiker und prahlte mit der Anzahl Zuschauer, die er bei seinem letzten Auftritt in El Paso hatte.

    Proteste in El Paso während Besuch von Donald Trump

    So bezeichnete er den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Beto O'Rourke als «verrückt», wie ein Video des Senders «KFOX14» zeigt. Er brüstete sich ausserdem, dass bei dessen Auftritt in El Paso lediglich 400 Personen teilgenommen hätten. Bei ihm allerdings habe es einst eine «ganz schöne Menge» an Zuschauern gegeben.

    Beto O'Rourke
    Der demokratische Präsidentschaftskandidat Beto O'Rourke besucht eine Überlebende des Massakers von El Paso. - Keystone

    US-Medien warfen dem Präsidenten vor, er habe sich gekränkt gezeigt und sich in einer Opferrolle präsentiert, statt Mitgefühl zu vermitteln.

    Sein Besuch beweise einmal mehr die Unfähigkeit seines Stabs, «ihn davon zu überzeugen, die Normen zu beachten, wie sich ein Präsident zu verhalten hat.» Das schrieb die «New York Times».

    El Paso
    Demonstranten protestieren gegen Donald Trump während seines Besuchs in El Paso. - Keystone

    Doch nicht nur in den Medien finden sich kritische Stimmen. Bereits während seiner Rede in El Paso versammelten sich hunderte Menschen zu Protesten in einem Park der texanischen Stadt. Die Demonstranten sind sich einig: Donald Trump, der Videospiele für Gewalt verantwortlich mache, «ist Teil des Problems».

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Greta Thunberg Smile for future
    475 Interaktionen
    Auf USA-Reise
    El Paso todesschütze
    8 Interaktionen
    Amoklauf-Ankündigung
    Republikanische partei
    Nach Anschlägen

    MEHR IN NEWS

    Bob Dylan Handyverbot
    21 Interaktionen
    Bob Dylan
    14 Interaktionen
    Bern
    1 Interaktionen
    Bern
    14 Interaktionen
    Berlin

    MEHR AUS USA

    10 Interaktionen
    Atlanta
    donald trump
    11 Interaktionen
    Washington
    Katy Perry
    5 Interaktionen
    Los Angeles