OpenAI soll Hunderte mathematische Probleme gelöst haben
OpenAI veröffentlicht Hunderte mathematische Resultate eines geheimen KI-Modells und löst damit eine neue Debatte unter Forschern aus.

OpenAI hat Hunderte neue mathematische Resultate veröffentlicht, die ein bislang unveröffentlichtes KI-Modell erzeugt haben soll. Laut der «Zeit» umfasst die Sammlung Ergebnisse aus Algebra, Zahlentheorie, Logik, Topologie und theoretischer Informatik.
Insgesamt wurden nach Angaben des Unternehmens rund 4000 mathematische Aufgaben bearbeitet. Die «Heise» berichtet, dass daraus 722 Manuskripte zu mehr als 370 Resultatfamilien entstanden sind.
Die Veröffentlichung erfolgte auf GitHub und umfasst nach Angaben der «WinFuture» genau 722 Manuskripte. Sie behandeln unter anderem Hilbertsche Probleme, Fragen zur NP-Schwere und eine abgeschwächte Form der Riemannschen Vermutung.
OpenAI legt Rechenaufwand und Beweise des KI-Modells offen
Für jedes akzeptierte Ergebnis benötigte das Modell durchschnittlich Rechenleistung im Umfang von etwa drei Stunden ChatGPT-Pro-Denkzeit. Laut der «Heise» war die Signifikanz der Resultate bei weniger als einem Zehntel der bearbeiteten Aufgaben ausreichend für die Aufnahme.
Für viele Arbeiten stellt OpenAI zusätzlich formale Beweise in Lean bereit. Die «WinFuture» erklärt, dass sich damit mathematische Aussagen und einzelne logische Schritte maschinell überprüfen lassen.
Für zehn Resultatfamilien veröffentlichte OpenAI zudem Zusammenfassungen zum Vorgehen des Modells. Der «Zeit» zufolge soll dadurch besser nachvollziehbar werden, wie die künstliche Intelligenz zu den jeweiligen Ergebnissen gelangte.
Mathematiker fordern unabhängige Prüfung der OpenAI-Ergebnisse
Die formale Prüfung beantwortet allerdings nicht automatisch die Frage nach wissenschaftlicher Originalität oder Bedeutung. Die «WinFuture» verweist deshalb auf Bedenken von Mathematikern, die eine unabhängige fachliche Prüfung der Resultate für notwendig halten.
Die Veröffentlichung steht zudem im Zusammenhang mit der kritisch diskutierten Navier-Stokes-Lösung von OpenAI. Das Unternehmen hatte zuvor erklärt, ein internes Modell habe eines der sieben Millennium-Probleme gelöst.
Die frühere Veröffentlichung warf Fragen zur Entstehung der Lösung und zu möglichen menschlichen Vorarbeiten auf. Die «Zeit» berichtete dabei über Kritik des Mathematikers Tristan Buckmaster von der New York University.
OpenAI will Mathe-Ergebnisse von Fachleuten prüfen lassen
Buckmaster hatte dem Unternehmen vorgeworfen, seine gemeinsame Vorarbeit mit Levent Alpöge von Anthropic sei in die Lösung eingeflossen. OpenAI hatte zuvor erklärt, für die neue mathematische Forschung eine unabhängige Beratungsgruppe am Institute for Advanced Study einbezogen zu haben.
Nach Angaben der «Heise» will OpenAI zudem Konferenzen und Workshops finanzieren. Dort sollen Mathematiker die zahlreichen neuen Resultate prüfen und wissenschaftlich einordnen.

Die veröffentlichten Manuskripte stehen damit nun für eine weitere fachliche Prüfung durch Mathematiker zur Verfügung. Ob und welche der Resultate als wissenschaftlich bedeutsam anerkannt werden, ist Gegenstand der weiteren Begutachtung.












