Vergangene Woche gingen die US-Behörden noch von einem geringen Omikron-Anteil unter den Corona-Fällen aus. Das hat sich inzwischen geändert. Präsident Biden warnt vor einem «äusserst schwierigen Winter».
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Omikron-Infektionen werden in den USA wohl am 19. Januar ihren Höhepunkt erreichen. Foto: Seth Wenig/AP/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Omikron hat sich in den USA binnen kurzer Zeit zur vorherrschenden Corona-Variante entwickelt.

Schätzungen zufolge entfielen rund 73 Prozent der neuen Corona-Fälle in der vergangenen Woche auf Omikron, wie aus Daten auf der Webseite der US-Gesundheitsbehörde CDC hervorging.

Auch mit Blick auf diesen sprunghaften Anstieg wollte sich US-Präsident Joe Biden heute mit einer Rede an die Menschen im Land wenden und neue Massnahmen verkünden. Dabei dürfte es vor allem um Unterstützung für Krankenhäuser gehen - von einem Herunterfahren des öffentlichen Lebens wurde nicht ausgegangen.

Omikron hat nun Delta, die zuvor vorherrschende Variante, auf den zweiten Platz verdrängt. Die Delta-Mutante machte den CDC-Schätzungen zufolge zuletzt noch etwa ein Viertel der Neuinfektionen aus. In manchen Bundesstaaten ist Omikron gar schon für mehr als 90 Prozent der Fälle verantwortlich. Noch in der Woche bis zum 11. Dezember war Omikron schätzungsweise für lediglich rund 12,6 Prozent der Infektionen in den USA verantwortlich gewesen.

Biden mahnt zur Vorsicht

«Dieser starke Anstieg ähnelt dem, der in anderen Ländern zu beobachten ist», erklärte die Chefin der CDC, Rochelle Walensky. In Deutschland dürfte eine ähnlich rasante Entwicklung bevorstehen: Hier verdoppelt sich die Omikron-Inzidenz laut dem neuen Corona-Expertenrat der Bundesregierung etwa alle zwei bis vier Tage.

«Die Omikron-Fälle werden in den kommenden Tagen zunehmen - auch bei vollständig geimpften Personen», mahnte Präsident Biden. Wer vollständig geimpft sei oder auch schon eine Auffrischungsimpfung bekommen habe, könne sich trotzdem infizieren - werde aber wahrscheinlich keine oder nur leichte Symptome haben. «Wenn Sie sich als Erwachsener dafür entscheiden, nicht geimpft zu sein, steht Ihnen ein äusserst schwieriger Winter für Ihre Familie und Ihre Gemeinschaft bevor», warnte Biden.

Corona-Fall im Weissen Haus

Biden selbst hatte am Freitag Kontakt zu einer Person aus dem Weissen Haus, die später positiv auf das Virus getestet wurde. Mit 79 Jahren gehört er schon rein altersmässig zu einer Risikogruppe. Biden wurde laut seiner Sprecherin zuletzt am Sonntag und am Montag negativ auf das Coronavirus getestet. Ein neuer Test sei für Mittwoch geplant. Der Präsident werde an seinem Programm für die kommenden Tage festhalten und sich nicht isolieren, da er vollständig geimpft sei.

Nachdem es die USA im Sommer mit einer heftigen Delta-Welle zu tun gehabt hatten, ging die Zahl der Neuinfektionen im September vorübergehend zurück. Seit Oktober steigt sie aber wieder an - in den vergangenen Tagen besonders stark. Mehr als 800.000 Menschen sind in den USA seit Beginn der Pandemie im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben.

Die Impfkampagne war in den USA gut angelaufen, mittlerweile kommt sie aber nur noch schleppend voran. Bislang sind 61,5 Prozent der rund 330 Millionen Menschen im Land zweifach geimpft. Knapp 30 Prozent von ihnen haben auch eine Auffrischungsimpfung erhalten. Bisher hat das Weisse Haus die Omikron-Variante als Grund zur Sorge, aber nicht als Anlass zur Panik bezeichnet.

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