Informanten sollen laut Trump erschossen werden
Trump sagt bei einem Wahlkampfauftritt, Informanten sollten erschossen werden. Hintergrund ist ein mutmassliches Leck zum Angriff auf Irans Atomanlagen.

Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Arizona hat Donald Trump einen unbekannten Tippgeber kritisiert, berichtet der «Tagesspiegel». Dieser Informant soll die Uhrzeit der Angriffe auf die iranischen Atomanlagen an Journalisten weitergegeben haben.
Trump sagte dazu wörtlich: «Informanten sollten meiner Meinung nach erschossen werden.» Das Erschiessen von Informanten sei schon «in den alten Zeiten» üblich gewesen, erklärte der US-Präsident bei seinem Auftritt.
Im Juni 2025 bombardierte das US-Militär bei der «Operation Midnight Hammer» iranische Atomanlagen. Der US-Präsident begründet den Krieg gegen den Iran regelmässig damit, dass Teheran nicht über Atomwaffen verfügen dürfe.
Trump und Informanten inmitten der Todesstrafe-Debatte
Nach einer gescheiterten Hinrichtung in Tennessee ist die Debatte über die Todesstrafe laut «ORF» neu entbrannt. Der wegen Mordes verurteilten Christa Pike wurden zwei Dosen Pentobarbital verabreicht, doch sie lebte danach weiter.
Wenige Tage später genehmigte Trump die Hinrichtung des früheren Armeepsychiaters Nidal Hasan durch ein Erschiessungskommando. Hasan hatte 2009 auf dem Stützpunkt Fort Hood in Texas 13 Menschen getötet und 32 verletzt.
Verteidigungsminister Pete Hegseth kündigte an, die Exekution am 3. Dezember per Livestream zu übertragen. Nach Angaben des Death Penalty Information Center wäre es die erste Erschiessung durch das US-Militär seit dem Zweiten Weltkrieg.
Stimmen der Experten
Das Büro des UN-Hochkommissars für Menschenrechte verurteilte den Livestream laut «Euronews» umgehend als Folter. Eine Liveübertragung komme einer öffentlichen Hinrichtung gleich und verstosse gegen das absolute Folterverbot, erklärte das Büro.

Elisabeth Semel von der Death Penalty Clinic in Berkeley sieht darin eine Inszenierung des Präsidenten. Militärrechtler Eugene Fidell von der Yale Law School hält es für möglich, dass die Vollstreckung die amtierende Regierung faktisch überdauert.
Hasan könnte sich laut «Euronews» mit einer Habeas-Petition vor einem Zivilgericht gegen die Hinrichtung wehren. Seit Jahresbeginn haben die US-Behörden 30 Menschen hingerichtet, für November sind zwei weitere Exekutionen angesetzt.












