Influencer erfindet Seil-Unfall und erpresst Firma

Fabienne Endras
Fabienne Endras

Kanada,

Ein Influencer hat ein Video von einem angeblichen Unfall veröffentlicht und damit ein Unternehmen erpresst – dabei ist gar nichts passiert.

Influencer
Im Hintergrund der angebliche Unfall: Dieser Influencer erpresste ein Seil-Unternehmen mit einer Fake-Story. - Instagram/@_aka_lovepreet

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Influencer veröffentlichte ein Video von einem angeblichen Unfall an einem Rutschseil. Alles erfunden.
  • Der Kanadier erpresste daraufhin den Betreiber der Freizeit-Attraktion.
  • Die Folge: Die Besucherzahlen sind eingebrochen. Jetzt wird der Influencer strafrechtlich verfolgt.

Betreiber von kleinen Unternehmen sind oft auf Werbung von Influencern mit ihrer Online-Reichweite angewiesen. Und diese Abhängigkeit kann ausgenutzt werden, wie der Betreiber einer Seilrutsche in Montreal, Kanada, erlebt hat.

Ein Influencer hat das Kleinunternehmen Tyrolienne MTL Zipline mit einem echten Video, aber einer falschen Geschichte dazu erpresst. Er behauptete, auf dem Video sei ein Unfall zu sehen – ein Mann, der offenbar verzweifelt in den Seilen hängt.

Alles erfunden: In Wirklichkeit zeigte das Video einfach einen Mitarbeiter der Freizeit-Attraktion, der sich die Seilrutsche hochzog.

Gegenüber der kanadischen Zeitung «Le Journal» sagt Sam Cadotte, der Betreiber des Seilparks: «Als wir ihn kontaktierten, um ihm mitzuteilen, dass das nicht stimmte, sagte er uns: Das Video sei bereits sehr beliebt und habe fast eine Million Aufrufe.» Für die Löschung des Videos habe der Influencer umgerechnet mehrere tausend Franken verlangt.

Das Team des Rutschseil-Betreibers habe versucht, mit Kommentaren unter dem Video auf die Falschmeldung aufmerksam zu machen. Die Kommentare seien jedoch systematisch gelöscht worden.

Besucherzahlen sind eingebrochen

«Er schickte uns ständig Nachrichten, in denen er beispielsweise schrieb, dass es 15’000 Aufrufe mehr gebe. Wir sollen uns mit der Zahlung beeilen», erzählt Cadotte. Da sei er in Panik geraten.

Das Unternehmen überwies dem Influencer umgerechnet etwa 250 Franken als «Lösegeld»; daraufhin wurde das Video gelöscht. Laut Cadotte hat seine Firma schon einen Rückgang der Besucherzahlen festgestellt.

Sollten die Betreiber mehr gegen Fake News auf Social Media tun?

Cadotte hat nun bei der Polizei Anzeige gegen den Influencer wegen Erpressung und Verleumdung erstattet. Der Influencer entschuldigte sich später per Video mit einer Richtigstellung.

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