Ex-BND-Chef August Hanning wegen Spionage festgenommen
Ermittler nahmen den früheren BND-Präsidenten August Hanning fest. Ihm werden Landesverrat und geheimdienstliche Agententätigkeit vorgeworfen.

Ermittler des Bundeskriminalamts haben den ehemaligen BND-Präsidenten August Hanning festgenommen, berichtet «Tagesschau». Der 80-Jährige wurde am frühen Dienstagmorgen in seinem Haus in Nordwalde bei Münster festgenommen.
Nach Informationen von WDR, NDR und «Süddeutscher Zeitung» ermittelt der Generalbundesanwalt gegen Hanning. Dabei geht es unter anderem um mutmassliche landesverräterische Ausspähung und versuchten Landesverrat.
Zudem werden Hanning das Auskundschaften von Staatsgeheimnissen und geheimdienstliche Agententätigkeit vorgeworfen, so «Tagesschau». Ein langjähriger BND-Mitarbeiter soll Hanning mit streng geheimen Informationen versorgt haben.
Auch Hannings ehemaliger Büroleiter festgenommen
Hannings ehemaliger Büroleiter Manfred D. wurde am Dienstagmorgen ebenfalls festgenommen, berichtet «rbb24». Gegen ihn wird wegen Beihilfe zum versuchten Landesverrat und zur landesverräterischen Ausspähung ermittelt.

Hanning soll geheime Informationen aus dem BND erhalten haben. Erkenntnisse daraus soll der frühere BND-Chef an ausländische Akteure weitergegeben haben, so «Deutsche Welle».
Sein ehemaliger Büroleiter soll ihm rund 2000 geheime BND-Dokumente überlassen haben, berichtet «Handelsblatt». Manfred D. wurde zeitgleich mit Hanning im bayerischen Bad Tölz festgenommen.
Ex-BND-Chef soll nach Ausscheiden weiter Dokumente erhalten haben
Hanning leitete den BND von 1998 bis 2005 und war später als Unternehmer und Sicherheitsberater tätig. Auch nach seinem Ausscheiden soll er weiterhin geheime Dokumente aus seiner früheren Behörde erhalten haben.
Die Unterlagen dienten unter anderem der wöchentlichen Unterrichtung der Bundesregierung, berichtet «Correctiv». Hanning war später über mehrere Unternehmen im Beratungs- und Informationsgeschäft tätig.
Seine wirtschaftlichen Tätigkeiten erstreckten sich nach Recherchen von «Correctiv» unter anderem auf Russland und China. Die Beschuldigten sollen dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden, der über die Untersuchungshaft entscheidet, berichtet «Focus».












