Gruppenvergewaltigung: Betroffene macht Leitung von US-Uni Vorwürfe
Nach der mutmasslichen Gruppenvergewaltigung an der US-Uni Cornell wirft die Betroffene dem Präsidenten vor, sie nicht ernst genommen zu haben.

Das Wichtigste in Kürze
- Im Cornell-Fall fühlt sich die Betroffene vom Unipräsidenten nicht ernst genommen.
- Die Universität weist das zurück: Die Aussage habe sich auf Zeugen bezogen.
- Die Vertretung der Lehrkräfte berät über ein Misstrauensvotum gegen die Unileitung.
Im Fall der mutmasslichen Gruppenvergewaltigung an der US-Elite-Universität Cornell hat die Betroffene der Universitätsleitung schwere Vorwürfe gemacht. In einem Brief an die Vertretung der Lehrkräfte schrieb die Frau, sie habe sich von Universitätspräsident Michael Kotlikoff «nicht unterstützt und nicht ernst genommen» gefühlt. Das Schreiben vom 14. Oktober wurde unter anderem von der «New York Times» veröffentlicht.
Die Frau, die unter dem Pseudonym Jane Doe auftritt, schildert darin eine Äusserung, die Kotlikoff gemacht haben soll. Demnach habe er bei einem Gespräch mit der Vorsitzenden einer Studentinnenverbindung sinngemäss gefragt, warum die Frau so lange mit ihrer Anzeige gewartet habe. Sie habe dies als Zweifel an ihrer Glaubwürdigkeit verstanden, schrieb die ehemalige Studentin, die selbst nicht an dem Gespräch teilgenommen habe, sondern später davon erfahren habe.
Universität weist Darstellungen zurück
In einer Stellungnahme, aus der mehrere US-Medien zitierten, wies die Universität die Darstellung zurück. Die Aussage habe sich nicht auf die Betroffene bezogen, sondern auf Zeugen, die den Vorfall nicht früher gemeldet hätten.
Hintergrund ist eine Zivilklage, in der die ehemalige Studentin mehrere Mitglieder einer Studentenverbindung beschuldigt, sie im Oktober 2024 unter Drogeneinfluss über Stunden sexuell missbraucht zu haben. Die Beschuldigten bestreiten die Vorwürfe. Der Fall hatte landesweit Empörung ausgelöst und eine neue strafrechtliche Untersuchung nach sich gezogen.
Die Vertretung der Lehrkräfte berät derzeit über ein Misstrauensvotum gegen die Hochschulleitung wegen ihres Umgangs mit dem Fall. Für den 28. Oktober sind weitere Beratungen vorgesehen.











