Tod

    Georgia bittet US-Justizministerium um Ermittlung nach Tod von schwarzem Jogger

    AFP
    AFP

    USA,

    Mehr als zwei Monate nach den tödlichen Schüssen auf einen schwarzen Jogger in den USA hat der Bundesstaat Georgia das Justizministerium in Washington um Ermittlungen gebeten.

    Demonstranten vor dem Gerichtsgebäude in Brunswick
    Demonstranten vor dem Gerichtsgebäude in Brunswick - GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • Generalstaatsanwalt zieht Konsequenzen aus schleppender Aufklärung der Behörden.

    Der Generalstaatsanwalt von Georgia, Chris Carr, erklärte am Sonntag, seine Behörde wolle eine «vollständige und transparente Prüfung». Der Fall hat wegen der schleppenden Aufklärung landesweit für Empörung gesorgt.

    Der 25-jährige Afroamerikaner Ahmaud Arbery war Ende Februar beim Joggen in einem Wohnviertel in Brunswick erschossen worden. Erst nach der Veröffentlichung eines Videos wurden zwei verdächtige weisse Männer, der 64-jährige Gregory M. und sein 34 Jahre alter Sohn Travis, vergangenen Donnerstag festgenommen. Ihnen werden Mord und schwere Körperverletzung vorgeworfen.

    Carr richtete seinen Antrag zur Untersuchung des Umgang der örtlichen Behörden mit dem Fall an Justizminister Bill Barr. Laut Carr sollen in der Untersuchung unter anderem «die Kommunikation und Diskussionen» zwischen den mit dem Fall befassten Bezirksstaatsanwälten unter die Lupe genommen werden.

    Das vergangene Woche veröffentlichte Video zeigt Arbery offenbar beim Joggen. Als er um den auf der Strasse stehenden Kleintransporter der Verdächtigen laufen will, kommt es zu einer Auseinandersetzung mit Travis M., der ein Gewehr in der Hand hält. Dann fallen mehrere Schüsse, und Arbery fällt zu Boden.

    Gregory M. gab der Polizei zufolge an, Arbery für einen Einbrecher gehalten zu haben. Er habe deswegen zu seinem Revolver gegriffen und zusammen mit seinem Sohn die Verfolgung aufgenommen. Arbery habe seinen mit einem Gewehr bewaffneten Sohn dann aber «gewaltsam angegriffen».

    Travis M. habe geschossen und Arbery getötet, erklärten die Ermittlungsbehörden dann am Donnerstag. Der erste mit dem Fall befasste Staatsanwalt hatte das Vorgehen der beiden Verdächtigen noch als legitim eingestuft und eine Festnahme nicht für nötig gehalten.

    Der Vorfall und die Tatsache, dass die beiden weissen Männer zunächst nicht festgenommen worden waren, sorgte bei Politikern und Prominenten für empörte Reaktionen. Der designierte Präsidentschaftskandidat der oppositionellen Demokraten, Joe Biden, schrieb auf Twitter, das Video sei «eindeutig»: «Ahmaud Arbery wurde kaltblütig erschossen.» Auch US-Präsident Donald Trump äusserte sich und nannte die Aufnahmen «sehr verstörend».

    In einer Anzeige in der Sonntagszeitung «Atlanta Journal-Constitution» appellierten der US-Rapper Jay-Z und die Sängerin Alicia Keys an den Gouverneur und den Generalstaatsanwalt von Georgia, «sicherzustellen, dass ein fairer Prozess geführt wird».

    Die tödlichen Schüsse wurden von vielen als Beweis für den tief verwurzelten Rassismus in Teilen der US-Gesellschaft gewertet. Sie erinnern zudem an die Tötung des unbewaffneten schwarzen Teenagers Trayvon Martin 2012 in Florida durch einen Nachbarschaftswächter, der letztlich wegen angeblicher Notwehr freigesprochen wurde.

    Kommentare

    Weiterlesen

    Geschlechtseintrag
    50 Interaktionen
    «Panikmache»
    zff
    41 Interaktionen
    Luxus-Outfits

    MEHR IN NEWS

    Migros
    2 Interaktionen
    Hitzesommer-Rekord
    GTA 6
    Spiel fehlt

    MEHR TOD

    St. Gallen
    St.Gallen
    Rom
    Hayden Panettiere
    Tod mit 36

    MEHR AUS USA

    johnny depp
    1 Interaktionen
    «Day Drinker»
    Taylor swift kelce
    4 Interaktionen
    «Trage jetzt weiss»
    trumps xi
    3 Interaktionen
    Presseverbote
    Netanjahu
    95 Interaktionen
    Netanjahu's UN-Rede