US-Präsident Joe Biden hat die Branche wiederholt öffentlich ermahnt und der Preistreiberei verdächtigt. Tatsache ist, dass Chevron einen Rekordgewinn gemacht hat. Wie der Konzern das begründet.
Preise für Treibstoff werden an der Anzeigetafel einer Chevron-Tankstelle in Kalifornien angezeigt.
Preise für Treibstoff werden an der Anzeigetafel einer Chevron-Tankstelle in Kalifornien angezeigt. - Rishi Deka/ZUMA Press Wire/dpa
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Das Wichtigste in Kürze

  • Dank kräftig gestiegener Öl- und Gaspreise hat Chevron im zweiten Quartal so viel verdient wie nie zuvor.

Der Gewinn stieg im Jahresvergleich von 3,1 Milliarden auf 11,6 Milliarden US-Dollar (11,4 Mrd Euro), wie der zweitgrösste US-Ölkonzern am Freitag mitteilte.

Der Umsatz wuchs um über 80 Prozent auf 68,8 Milliarden Dollar. Chevron erhöhte die Produktion, profitierte aber vor allem von deutlich höheren Preisen. So verkaufte der Konzern das Fass Rohöl und Flüssiggas in den drei Monaten bis Ende Juni im Schnitt für 89 Dollar. Ein Jahr zuvor waren es lediglich 54 Dollar gewesen.

Angesichts der hohen Benzinpreise und einer im Zuge des Ukraine-Kriegs potenziell kritischen Energieversorgungslage in Europa sehen Politiker die hohen Gewinne in der Öl- und Gasindustrie jedoch kritisch. US-Präsident Joe Biden hat die Branche wiederholt öffentlich ermahnt und der Preistreiberei verdächtigt. Im Quartalsbericht erklärte der Chevron-Chef Mike Wirth angesichts der Kritik, dass der Konzern seine Investitionen im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt habe. «Chevron erhöht das Energieangebot, um bei der Bewältigung der Herausforderungen an den Weltmärkten zu helfen.»

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