AP dauerhaft aus Oval Office und Präsidentenflugzeug verbannt

    Keystone-SDA
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    USA,

    Der Nachrichtenagentur AP wird der Zugang zum Oval Office und der Air Force One verwehrt. Grund ist der «Golf von Amerika».

    Donald Trump
    Das Team von US-Präsident Donald Trump schränkt die Nachrichtenagentur AP ein. - keystone

    Wegen ihrer Weigerung, den Golf von Mexiko wie von US-Präsident Donald Trump gewünscht «Golf von Amerika» zu nennen, wird die US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP) dauerhaft aus Trumps Büro und dem Präsidentenflugzeug verbannt.

    AP «ignoriert weiterhin die rechtmässige geografische Namensänderung des Golfs von Amerika», schrieb der stellvertretende Kabinettschef des Weissen Hauses, Taylor Budowich, am Freitag im Onlinedienst X zur Begründung.

    Zwar sei das Recht der Nachrichtenagentur «auf verantwortungslose und unehrliche Berichterstattung durch den ersten Verfassungszusatz geschützt», schrieb Budowich weiter. Dieser sichere AP jedoch nicht «das Privileg auf ungehinderten Zugang zu begrenzten Räumen wie dem Oval Office und der Air Force One».

    Anstelle der Nachrichtenagentur stehe dieser Platz nun «den vielen tausend Reportern offen, die bisher von der Berichterstattung aus diesen vertraulichen Bereichen der Regierung verbannt waren».

    Über Reisen und Auftritte des Präsidenten, die nicht für alle Pressevertreter zugänglich sind, berichtet in der Regel eine kleinere Gruppe von Journalisten. Die Details zu dem nun erfolgten Ausschluss von AP waren zunächst unklar.

    Seit Dienstag war AP-Reportern mehrfach der Zugang zu Terminen des Präsidenten im Oval Office verweigert worden. Grund ist, dass AP den Golf von Mexiko weiterhin mit seinem seit mehr als 400 Jahren angestammten Namen bezeichnet. Trump hatte unmittelbar nach seinem Amtsantritt im Januar per Dekret die Umbenennung des Gewässers in Golf von Amerika verfügt.

    AP-Chefredakteurin Julie Pace verurteilte das Vorgehen des Weissen Hauses als Verstoss gegen die in der US-Verfassung festgeschriebene Rede- und Pressefreiheit. Zudem werde damit den «Milliarden von Menschen ein schlechter Dienst erwiesen», die sich auf der Suche nach unparteiischen Nachrichten auf die Nachrichtenagentur verliessen, kritisierte AP.

    AP ist die grösste Nachrichtenagentur in den USA. Ihr sprachliches Regelwerk gehört seit Jahren zur Standardlektüre für Nachrichtenredaktionen und Firmenbüros. In einem stilistischen Hinweis hatte AP im vergangenen Monat erklärt, dass Trumps Namens-Erlass «nur innerhalb der Vereinigten Staaten Berechtigung besitzt».

    Als globale Nachrichtenagentur, die Nachrichten auf der ganzen Welt verbreite, müsse AP «sicherstellen, dass Ortsnamen und Geografie für alle Zielgruppen leicht erkennbar sind», hiess es weiter.

    AP-Sprecherin Lauren Easton betonte, dass die Redefreiheit eine Säule der amerikanischen Demokratie und ein zentraler Wert des amerikanischen Volkes sei. «Die Massnahmen, die ergriffen wurden, um die Berichterstattung von AP über Veranstaltungen des Präsidenten einzuschränken, weil wir uns auf einen geografischen Ort beziehen, beschneiden dieses wichtige Recht, das in der US-Verfassung für alle Amerikaner verankert ist.»

    Kommentare

    User #4177 (nicht angemeldet)

    Ist das die US-Brandmauer, die Vance in Europa anprangerte?

    User #5374 (nicht angemeldet)

    Auch vance: wenn 20% AFD nicht in die Regierung kommen sei das undemokratisch. Aber knapp die Hälfte demokratische Wähler total ausschließen ist trotzdem ok 🤮🤮🤮

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