Amazon will gegen erste Gewerkschaftsgründung in den USA vorgehen

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USA,

Der US-Onlinehändler Amazon will gegen die Gründung der ersten Gewerkschaftsvertretung im Konzern vorgehen.

Amazon-Mitarbeiter feiern die Gründung einer Gewerkschaft in einem Lager des Konzerns in New York. Der Online-Konzern will nun dagegen vorgehen.
Amazon-Mitarbeiter feiern die Gründung einer Gewerkschaft in einem Lager des Konzerns in New York. Der Online-Konzern will nun dagegen vorgehen. - sda - KEYSTONE/AP/Eduardo Munoz Avarez

Das Wichtigste in Kürze

  • Laut offiziellen Dokumenten, die am Donnerstag bei der Bundesbehörde für Arbeitsrecht eingereicht wurden, bat Amazon um mehr Zeit, um begründete Einwände gegen die Abstimmung in einem Lager in New York Ende März vorzubringen.

Das Unternehmen wirft Gewerkschaftern vor, Mitarbeiter vor der Abstimmung «bedroht» zu haben.

Die Mitarbeiter des Lagers in Staten Island hatten mehrheitlich für einen Beitritt zur Arbeitnehmergruppe Amazon Labor Union (ALU) gestimmt. Dies war eine schwere Schlappe für Amazon-Gründer Jeff Bezos, der seit der Gründung des Konzerns 1994 erfolgreich die Bildung einer Gewerkschaftsvertretung beim zweitgrössten Arbeitgeber der USA verhindert hatte.

Amazon wirft der ALU jedoch unfaire Praktiken vor. So hätten Gewerkschaftsvertreter die Mitarbeiter teils «eingeschüchtert» und sie noch in der Warteschlange bedrängt. Sie hätten zudem «Einwanderer bedroht», indem sie ihnen gesagt hätten, dass diese «ihre Sozialleistungen verlieren würden, wenn sie nicht für die Gewerkschaft stimmten».

«Das ist absurd», reagierte der Anwalt Eric Milner im Namen der Gewerkschaft. «Die Beschäftigten haben sich geäussert und ihre Stimmen wurden gehört.» Das Amazon-Management wolle nun den «Prozess verzögern, um das Unvermeidliche zu vermeiden: die Aushandlung eines Unternehmensvertrags».

Er warf dem Konzern vor, «Millionen» für Einschüchterungskampagnen ausgegeben zu haben. «Amazon hat Zwangsversammlungen abgehalten, Amazon hat sich bedrohlich verhalten, Amazon hat Beschäftigte illegal entlassen, weil sie versucht haben, sich gewerkschaftlich zu organisieren», zählte er auf.

Das Unternehmen hat bis Freitagabend Zeit, um seine Einwände vorzubringen, und bis zum 22. April, um seine Beweise vorzulegen.

Die Gewerkschaft RWDSU, die eine Abstimmung über eine Arbeitnehmervertretung in einem Lagerhaus im US-Bundesstaat Alabama durchgesetzt hatte, machte dem Konzern unterdessen ähnliche Vorwürfe.

Auch sie reichte bei der Arbeitsbehörde eine Reihe von Beschwerden gegen Amazon ein. Der Konzern habe versucht, die Beschäftigten zu Verwirren, sie mit Zwang und «Angst vor Vergeltung» beeinflusst. Amazon kommentierte die Vorwürfe AFP gegenüber nicht.

Im März hatte es unter den Beschäftigten des Lagers in der Stadt Bessemer eine Abstimmung per Briefwahl gegeben. Das Ergebnis ist allerdings noch offen: Während 993 Mitarbeiter gegen die Gewerkschaftsgründung stimmten, stimmten 875 dafür - es gibt aber noch 416 «umstrittene» Stimmzettel, über deren Zulässigkeit bei einer behördlichen Anhörung kommende Woche entschieden werden soll.

Eine Abstimmung vor einem Jahr war noch annulliert worden, nachdem die Behörden festgestellt hatten, dass Amazon gegen die Regeln verstossen hatte.

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