Alexandra Fries: «18'000 Logiernächte und 2000 Volunteers»

Andy Maschek
Andy Maschek, SLAPSHOT

Die IIHF Eishockey-Weltmeisterschaft beginnt am 15. Mai in Zürich und Fribourg. Alexandra Fries ist Head of Events & Services im Organisationskomitee.

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Alexandra Fries ist Head of Events & Services bei dem Wintersportevent. - Reto Fiechter

Am 15. Mai beginnt die 2026 IIHF Eishockey-Weltmeisterschaft in Zürich und Fribourg. Die Vorbereitungen auf diesen Event laufen auf Hochtouren – auch bei Alexandra Fries, Head of Events & Services im Organisationskomitee.

Events und Services. In diesem Sammelbegriff sind alle eventunterstützenden Bereiche zusammengefasst. Und das sind viele. «Akkreditierung, Volunteers, Unterkünfte, Protokoll und VIP sowie die Zeremonien und Side-Events wie das Gala-Diner mit 450 bis 500 Personen», zählt Alexandra Fries auf. «Dazu kommt am mittleren Wochenende ein internationales Coaching-Symposium in Zürich, bei dem rund 250 Teilnehmende erwartet werden.»

Die in Bern wohnende Luzernerin geniesst dabei die Unterstützung eines «supertollen Teams», wie sie sagt. Das heisst: Insgesamt zwölf Personen unterstützen Fries in den verschiedenen Bereichen für die Austragungsorte Zürich und Fribourg, wobei der Internationale Eishockeyverband IIHF das Akkreditierungssystem zur Verfügung stellt, Fries und ihr Team aber die operativen Arbeiten bei der Akkreditierung erledigen.

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Alexandra Fries hat Erfahrung in der Arbeit für Sportevents. - Reto Fiechter

Ein wichtiger Bereich ist die «Unterkunft». Das WM-OK hat die Aufgabe, rund 1400 Personen unterzubringen. Dazu gehören die Teams und deren Staff, Vertreter und Funktionäre der IIHF, Referees, das Organisationskomitee.

Über die rund drei Wochen kommen in Zürich und Fribourg rund 18'000 Logiernächte zusammen. Eine Zahl, die unterstreicht, dass die Eishockey-WM ein grosser Wirtschaftsfaktor ist. Und Fans, Medien und Partner sind da nicht einmal eingerechnet.

Auflagen bei den Hotels

Die Unterkünfte geniessen einen grossen Stellenwert. Bereits bei der Kandidatur muss eine adäquate Anzahl Hotels mit einem gewissen Standard und genügend verfügbaren Zimmern präsentiert werden. Die Hotels für die Teams müssen strenge Richtlinien der IIHF erfüllen und spezielle Bedürfnisse abdecken, beispielsweise über abgetrennte Räumlichkeiten verfügen.

«Wir haben den Teams ein Portfolio mit Hotels zusammengestellt und nahmen auch eine Vorauswahl vor, in der wir Eigenheiten berücksichtigten, etwa dass die Kanadier eine grosse Delegation haben», erklärt Alexandra Fries. Im letzten Herbst besichtigten die teilnehmenden Nationen jeweils ein bis drei Hotels und trafen ihren Entscheid.

«Die Auswahl erfolgte anhand der Weltrangliste, sodass die Schweiz sehr früh wählen durfte», erklärt die Luzernerin. «Die acht Teams der Gruppe A sind in fünf Hotels in Zürich und Umgebung untergebracht, jene der Gruppe B ebenfalls in fünf Hotels in der Region Fribourg und Bern.»

Eine Herausforderung ist, dass nach der Vorrunde unter Umständen kurzfristig nicht nur das Hotel, sondern auch die Region gewechselt werden muss. «Der Vorteil ist aber, dass die Distanzen in der Schweiz sehr überschaubar und keine Flüge nötig sind», so Fries.

Ein gefüllter Rucksack

Alexandra Fries hat Erfahrung in der Arbeit für Sportevents. Sie war für die Fussball-EM 2008 tätig, leitete bei der Eishockey-WM 2009 in Bern das Akkreditierungscenter, arbeitete auch für die Eiskunstlauf-EM 2011 und diverse andere Events, hat so ihren Rucksack gefüllt.

Sie machte einen Abstecher zur Wirtschaftsförderung des Kantons Bern, organisierte Events und Gastkantonsauftritte und war dort Ansprechperson für internationale Sportevents, die im Kanton Bern durchgeführt wurden. Wie in vielen anderen Bereichen kreuzen sich in der Event-Branche die Wege immer wieder und so arbeitete Alexandra Fries bei der Fussball-EM 2008 mit Christian Hofstetter zusammen. Er war damals Volunteer-Manager, sie arbeitete in seinem Team.

Heute ist er Generalsekretär der 2026 IIHF Eishockey-WM in Zürich und Fribourg, «und so kam eines zum anderen». Für Alexandra Fries begann die Arbeit für die 2026 IIHF WM bereits 2024, das Ende folgt in diesem Sommer. Dazwischen liegt ein Steigerungslauf. Angefangen hat sie mit einem 60-Prozent-Pensum, welches sie kontinuierlich auf 100 Prozent steigerte.

«In diesem Job schwingt eine grosse Portion Leidenschaft mit, da werden nicht die Minuten gezählt», sagt sie lachend. Es sei faszinierend, welche Emotionen bei Sportevents generiert werden, so Fries, die ab und zu privat in Eishockeyarenen anzutreffen ist und früher Inhaberin eines SCB-Saisonabonnements war.

Freust du dich auf die Eishockey-WM?

«Ich habe bisher keine Sekunde bereut. Wir haben ein tolles Team, in dem die Zusammenarbeit sehr gut funktioniert, was enorm wichtig ist», sagt die Verantwortliche für Events & Services über ihren Job. Es sei vielen Leuten nicht bewusst, wie gross dieser Event ist: «64 Spiele in zweieinhalb Wochen, und unser Ziel ist es, allen Besuchenden ein top Erlebnis zu bieten.»

Die Volunteers als MVP

Für einen gelungenen Event braucht es die Volunteers, für die Alexandra Fries und ihr Team zuständig sind. «Wir nennen sie auch die heimlichen MVP des Turniers», erklärt sie. «Ohne Volunteers würde es nicht funktionieren.» Die Unterstützung ist gross. In Zürich sind gemäss aktuellem Stand keine weiteren Volunteers nötig, in Fribourg ist das OK auf gutem Weg, aber noch auf der Suche nach freiwilligen Helfenden.

«Insgesamt brauchen wir rund 2000 Helferinnen und Helfer, wobei wir inklusive Aufund Aufbau von einer Dauer von fast einem Monat sprechen. Die Mindestanforderung ist, dass man sieben Tage Einsatz leisten kann, mindestens 18 Jahre alt ist, eine E-Mail-Adresse besitzt sowie motiviert und engagiert ist», so Fries.

Im Gegenzug gebe es ein einmaliges Erlebnis, einen Blick hinter die Kulissen des grössten jährlich wiederkehrenden Wintersportanlasses der Welt zu werfen, sowie Bekleidung, Verpflegung während der Einsätze und eine kostenlose Anreise im regionalen ÖV Verkehrsverbund.

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