Frauenzentrale kämpft für ein Sexkauf-Verbot

    Patricia Shams
    Patricia Shams

    Zürich,

    Zürcher Frauenrechtlerinnen lancieren eine Kampagne gegen das florierende Sex-Gewerbe. Ein Vergleich mit Schweden soll die Bevölkerung aufrütteln.

    Eine Nachricht von Schweden an die Schweiz.

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Frauenzentrale Zürich kämpft mit einem Kurzclip gegen das Sex-Gewerbe.
    • Dabei dient Schweden als Vorbild. Dort ist Prostitution seit 1998 verboten.
    • Prostituierte würden an ähnlichen Traumas, wie Folteropfer leiden.

    Was in Ländern wie Schweden Norwegen, Irland, Island und Frankreich bereits verboten ist, ist in der Schweiz nach wie vor erlaubt: Prostitution. Das stösst bei der Frauenzentrale Zürich auf wenig Verständnis. «Es gibt nichts, was das Machtungleichgewicht zwischen Frauen und Männern derart deutlich macht wie die Prostitution», sagt deren Präsidentin, Andrea Gisler an einer Medienkonferenz.

    Dabei habe sogar der Europarat empfohlen, Menschen zu bestrafen, die für sexuelle Dienstleistungen bezahlten. «Man kann die Frau kaufen, heute sogar zu Dumpingpreisen», stellt Gisler fest. Den höchsten Preis zahlen die Sex-Arbeiterinnen aber selbst: «Prostituierte greifen zu Alkohol und Drogen, sie leiden an Depressionen und posttraumatischen Belastungsstörungen – ähnlich wie Folteropfer», führt sie aus. Laut einer Studie liege die durchschnittliche Lebenserwartung bei nur 33 Jahren, schreibt der Zürcher Oberländer.

    Andrea Gisler leitet die Frauenzentrale Zürich.
    Andrea Gisler leitet die Frauenzentrale Zürich. - Keystone

    Kurzvideo vergleicht Schweiz mit Schweden

    Um den bezahlten Sex aus der Welt zu schaffen, hat die Frauenzentrale eine Kampagne lanciert. Im Mittelpunkt steht ein Kurzvideo, dass die Schweiz mit dem Vorbild Schweden vergleicht – dort wurde das Frauenstimmrecht 50 Jahre vor uns eingeführt, Mütter geniessen 78 Wochen Mutterschaftsurlaub und Freier werden seit 1998 hart bestraft.

    «Was in Schweden gelungen ist, muss auch die Schweiz schaffen, wenn auch wieder einmal im Schneckentempo und mit der üblichen Verzögerung wie beim Frauenstimmrecht», ist Gisler überzeugt. Man sei jedoch nicht naiv: «Das Sex-Gewerbe würde auch nach einem Verbot noch existieren.» Es handle sich schliesslich um ein Milliarden-Geschäft.

    Das hält sie jedoch nicht davon ab, weiterzukämpfen: «Die Prostitution verstösst gegen die Menschenwürde» und gehöre deshalb verboten.

    Sollte Prostitution in der Schweiz verboten werden?
    Loverboy
    Rund 70 Serie-A-Profis sollen zu den Kunden eines Mailänder Prostitutions-Netzwerks gehört haben – auch der Name eines Formel-1-Fahrers fiel in abgehörten Telefonaten. - Keystone

    Kommentare

    Weiterlesen

    carabinieri
    13 Festnahmen
    Menschenhandel
    Samuel Krähenbühl
    5 Interaktionen
    Motion gegen Beziehungszimmer

    MEHR AUS STADT ZüRICH

    Viktorija Golubic
    4 Interaktionen
    WTA Peking
    Raphael Golta im Stadthaus: Der neue Stadtpräsident setzt auf leise Töne und langen Atem.
    2 Interaktionen
    Zürich
    -
    Kirche voll
    Zürich
    3 Interaktionen
    Polizeieinsatz