Wer keinen Garten hat, muss auf Gemüse aus dem eigenen Anbau nicht verzichten. Auf dem Balkon lassen sich zahlreiche Sorten kultivieren – und frisch ernten.
Schweizer Garten Helen Weiss
Wer genügend Platz hat, muss sich bei der Wahl des Gemüses nicht entscheiden. - zvg

Das Wichtigste in Kürze

  • In ihrer vierten Kolumne gibt «Schweizer Garten»-Helen Tipps zu Gemüse auf dem Balkon.
  • In Töpfen und Kisten lassen sich Salat und Tomaten kultivieren.
  • In Kombination mit Blumen sieht Gemüse äusserst dekorativ aus.

Erde, Sonne, Wasser und ein «grüner Daumen» genügen, um Salat, Radiesli und Tomaten auf dem Balkon zu anzubauen. Mit meinem Terrassengarten werde ich zwar nicht zur Selbstversorgerin in Sachen Gemüse. Dennoch kann ich meinen Speiseplan mit Erntefrischem aus dem eigenen Topfgarten aufpeppen, da sich viele Arten und Sorten problemlos auch in Kästen und Kübeln ziehen lassen.

Schweizer Garten Helen Weiss
Gemüse mit Sommerflor kombiniert, wird eine besonders attraktive Wirkung erzielt.
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Auch in Kisten und Töpfen lässt sich Gemüse bestens kultivieren.
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Mit wenigen Ausnahmen wachsen alle Nutzpflanzen problemlos auch in Kisten und Töpfen.

«Kurze» Rüebli

Mein Balkon ist sonnig und bietet genügend Platz, weshalb ich ausser Fenchel – der macht elend lange Wurzeln – jede Gemüseart anbauen kann. Auch Rüebli benötigen ein sehr tiefes Gefäss. Für meine Balkonkultur greife ich deshalb auf «kurze» Sorten wie «Adelaide» oder «Pariser Markt 5» zurück.

Minigemüse für Balkonien

Auch bei anderen Gemüsearten bin ich zum Teil auf Minigemüse umgestiegen, da der Platzbedarf geringer ist. So wachsen bei mir diesen Sommer etwa kleine Bergauberginen, auch bekannt unter dem Namen Tomatillo, mexikanische Minigurken und Cocktail-Tomaten.

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Frisch gepflückt direkt auf den Teller: Balkongärtnerinnen und -gärtner müssen nicht auf erntefrisches Gemüse verzichten. - zvg

Viel Wasser

Ich verwende möglichst grosse Gefässe – sie sollten mindestens zehn Liter fassen können. Die Erde reichere ich mit reifem Kompost an. Für ein optimales Wachstum ist zudem eine Portion Langzeitdünger zu empfehlen. Um sich gut zu entwickeln, benötigt Gemüse viel Wasser: Am besten giesst man am frühen Morgen oder am Abend.

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Prima Symbiose

Meine Terrasse mutiert trotz Gemüseanbau aber nicht zum reinen Nutzbalkon, sondern gibt auch etwas fürs Auge her. Ich kombiniere hübsche Blütenpflanzen wie Artischocken, Feuerbohnen und Melonenbirne mit bunten Blattgemüsen wie Pflücksalat oder Mangold sowie mit duftenden Kräutern.

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Wer genügend Platz hat, muss sich bei der Wahl des Gemüses nicht entscheiden.
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Frisch gepflückt direkt auf den Teller.

Auch Tomaten und einfach blühende Tagetes sehen, gemeinsam in einen Topf gepflanzt, charmant aus. Zudem locken die Blumen Insekten an, die wiederum die Tomatenblüten bestäuben, was eine gute Ernte gewährleistet.

Blühender Sichtschutz

Um den knappen Platz voll auszuschöpfen, versuche ich jeweils, Nützliches mit Praktischem zu verbinden: Einige Gemüsearten eignen sich auch bestens als grüner Sicht- und Sonnenschutz. Grosswachsende Erbsen, Feuerbohnen oder Kefen erobern rasch ein Rankgitter und erfreuen nicht nur mit zahlreichen Blüten, sondern auch mit reicher Ernte.

Helen Weiss
Helen Weiss ist Gärtnerin, Floristin und Journalistin des Magazins «Schweizer Garten». Sie gibt grüne Tipps auf Nau.ch. - zvg

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