Warum sollte man nicht auf dem Kreuzfahrt-Balkon schlafen?
Manche Kreuzfahrtgäste schlafen nachts auf ihrem Balkon. Doch die ungewöhnliche Idee ist nicht ganz unproblematisch.

Meeresrauschen, eine leichte Brise und über dem Bett nichts als der Sternenhimmel: Eine Nacht auf dem Kreuzfahrt-Balkon klingt nach dem perfekten Ferienmoment.
Auf Social Media tauchen immer wieder Bilder und Videos von Passagieren auf. Diese machen ihren Balkon samt Kissen, Decke und Matratze kurzerhand zum Schlafzimmer. Was romantisch aussieht, löst bei vielen Reedereien allerdings Kopfschütteln aus.
Das Wetter ist unberechenbar
Feuchte Meeresluft, Salz, Wind und ein überraschender Regenschauer können Matratzen und Bettwäsche beschädigen. Für das Kabinenpersonal entsteht dadurch zusätzlicher Aufwand.
Wer das Inventar in Mitleidenschaft zieht, riskiert zudem, dafür zur Kasse gebeten zu werden. Nicht zu unterschätzen ist auch der Wind. Selbst bei ruhiger See kann auf einem fahrenden Kreuzfahrtschiff eine kräftige Brise herrschen.
Besonders unangenehm wird es, wenn gleichzeitig die Tür zum Kabinengang geöffnet wird: Dann kann zwischen Balkon und Gang ein regelrechter Windkanal entstehen. Lose Gegenstände fliegen durch die Kabine, Türen können mit grosser Wucht zuschlagen.

Auch mit der erhofften Nachtruhe kann es schnell vorbei sein. Gespräche auf den Nachbarbalkonen oder das frühe Anlegemanöver im nächsten Hafen passen kaum zur romantischen Vorstellung vom Schlafen unter Sternen.
Wer deshalb lieber im Bett bleibt und lediglich die Balkontür offen lässt, löst damit unter Umständen ein anderes Problem aus. Auf vielen Schiffen schaltet sich die Klimaanlage automatisch aus, sobald die Balkontür geöffnet wird. In warmen Fahrtgebieten kann die Kabine dadurch schnell feucht und stickig werden.
Sicherheit geht vor
Entscheidender als solche Komfortfragen ist jedoch die Sicherheit. Bei Feuer oder einem anderen Zwischenfall kann die Crew verlangen, dass Passagiere ihren Balkon sofort verlassen. Unter Umständen wird der Bereich auch für Löscharbeiten benötigt.
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Dabei geht es nicht darum, dass draussen grundsätzlich kein Alarm zu hören wäre. Entscheidend ist vielmehr: Wer tief schläft, reagiert möglicherweise langsamer und verliert im Ernstfall wertvolle Zeit.
Auf eine Nacht unter freiem Himmel müssen Kreuzfahrtfans dennoch nicht grundsätzlich verzichten. Einige Reedereien bieten dafür eigens vorgesehene Möglichkeiten an: Beim Sea Dream Yacht Club können Gäste für eine Nacht hergerichtete Daybeds unter den Sternen reservieren. Während Virgin Voyages zahlreiche Balkone mit Hängematten ausstattet.
Wer nachts Meeresluft geniessen möchte, sollte deshalb die vom Schiff vorgesehenen Möglichkeiten nutzen. Und die Matratze dort lassen, wo sie hingehört.
Hinweis: Dieser Artikel wurde zuerst auf «Travelnews.ch» publiziert.








