Warum klingt Piloten-Englisch so seltsam?

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    Zürich,

    Kurze Sätze, ungewöhnliche Wörter: Das Englisch der Luftfahrt hat seine Eigenheiten. Travelnews erklärt, warum.

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    Im Cockpit gelten bei der Kommunikation klare Regeln. Manches klingt für Aussenstehende dennoch ziemlich ungewohnt. - Adobe Stock

    Wer im Cockpit oder im Flugfunk mithört, dürfte sich wundern. Da fallen Sätze und Wörter, die nicht wirklich nach Englisch klingen. Gleichzeitig wirkt das Ganze ungewohnt abgehackt, knapp oder sogar grammatikalisch falsch.

    Dazu kommen Zahlen, die eigenartig ausgesprochen werden, und Wörter, die im normalen Gespräch kaum jemand verwenden würde.

    Das hat gute Gründe: Hinter der vermeintlich seltsamen Sprache steckt ein ausgeklügeltes System. Dieses trägt weltweit jeden Tag dazu bei, Tausende Flugzeuge sicher durch den Himmel zu lotsen.

    Klare Sprache statt höflicher Floskeln

    Englisch ist die gemeinsame Sprache der internationalen Luftfahrt. Doch im Funk zwischen Cockpit und Flugsicherung wird nicht übliches Alltagsenglisch gesprochen. Stattdessen kommt eine von der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO standardisierte Phraseologie zum Einsatz.

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    Englisch ist die gemeinsame Sprache der internationalen Luftfahrt. (Symbolbild) - keystone

    Ihr wichtigstes Ziel ist nicht sprachliche Eleganz, sondern Eindeutigkeit. Deshalb sind viele Funksprüche kurz und wirken für Aussenstehende ungewohnt. Artikel und andere Wörter, die für das Verständnis nicht zwingend nötig sind, fallen häufig weg.

    Aus einem höflichen «Could you please turn right to heading 180 degrees?» wird beispielsweise ein knappes «Turn right heading one eight zero». Die Anweisung lässt kaum Interpretationsspielraum und spart gleichzeitig wertvolle Sekunden.

    Auch typische Begriffe haben eine genau definierte Bedeutung. «Roger» heisst etwa, dass eine Nachricht empfangen wurde – nicht automatisch, dass eine Anweisung ausgeführt wird. «Wilco», die Kurzform von «will comply», signalisiert dagegen, dass die Besatzung die Anweisung verstanden hat und befolgen wird.

    Mit «Say again» wird um eine Wiederholung gebeten. Das im Alltag übliche «Repeat» wird vermieden, weil der Begriff in bestimmten Zusammenhängen missverständlich sein kann.

    Auch Zahlen bekommen eine eigene Aussprache

    Besonders auffällig ist die Aussprache von Zahlen und Buchstaben. Die Zahl Drei wird im internationalen Flugfunk als «tree» ausgesprochen, Fünf als «fife» («faif») und Neun als «niner».

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    Dahinter steckt keine schlechte Aussprache. Die Wörter wurden bewusst so angepasst, dass sie auch bei schlechter Funkverbindung und zwischen Menschen mit unterschiedlichen Muttersprachen möglichst eindeutig verstanden werden.

    Ähnlich funktioniert das bekannte ICAO-Buchstabieralphabet mit «Alfa», «Bravo», «Charlie» und «Delta». Ein einzelnes «B» oder «D» kann im verrauschten Funkkanal leicht falsch verstanden werden. «Bravo» und «Delta» lassen sich deutlich besser auseinanderhalten.

    Das ist entscheidend, weil im Flugverkehr kleine Missverständnisse grosse Folgen haben können. Eine falsch verstandene Flughöhe, Landebahn oder Kursangabe kann im schlimmsten Fall gefährlich werden.

    Deshalb bestätigen Pilotinnen und Piloten wichtige Anweisungen häufig, indem sie diese zurücklesen. Weist die Flugsicherung etwa «Descend flight level two four zero» an, wiederholt die Cockpitbesatzung die neue Flughöhe. So kann der Fluglotse sofort reagieren, falls etwas falsch angekommen ist.

    Verstehst du die Ansagen von Piloten und Fluglotsen gut?

    Ganz ohne normales Englisch geht es trotzdem nicht. Sobald eine Situation zu komplex oder ungewöhnlich für die festgelegten Standardformulierungen wird, wechseln Piloten und Fluglotsen ins sogenannte «Plain English».

    Auch dafür verlangt die ICAO ausreichende Englischkenntnisse. Hinzu kommt eine besondere Herausforderung: Im internationalen Luftraum kommunizieren Menschen aus praktisch allen Teilen der Welt miteinander.

    Französischer Akzent trifft auf japanischen, Schweizer auf brasilianischen. Gleichzeitig rauscht der Funk, mehrere Flugzeuge warten auf eine freie Frequenz und manchmal muss es sehr schnell gehen.

    Was für Passagiere deshalb gelegentlich nach holprigem Schulenglisch klingt, ist in Wahrheit eine bewusst reduzierte Fachsprache. Piloten-Englisch soll nicht schön klingen. Es soll vor allem eines: Weltweit ohne die Gefahr von Missverständnissen verstanden werden.

    Hinweis: Dieser Artikel wurde zuerst auf «Travelnews.ch» publiziert.

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    Kommentare

    User #6031 (nicht angemeldet)

    Wohl immer noch im Kindergarten!!!

    User #5434 (nicht angemeldet)

    Gemäss Louis aus Südtirol leiden fast alle Piloten an Asthma!

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