Schweizer Reisebüros spüren Gegenwind
Die Reiselust in der Schweiz erhält einen Dämpfer. Laut einer Umfrage des Schweizer Reise-Verbands sorgen geopolitische Unsicherheiten für Zurückhaltung.

Die Ergebnisse der SRV-Umfrage, die vom 9. bis 15. Juni 2026 unter 241 Aktivmitgliedern durchgeführt wurde und eine Rücklaufquote von 51,4 Prozent (124) verzeichnete, sprechen eine deutliche Sprache: Die Schweizer Reisebranche spürt Gegenwind.
Rund 73 Prozent der teilnehmenden Reisebüros und Reiseveranstalter vermelden für das laufende Jahr einen Umsatzrückgang im Vergleich zu 2025. Immerhin gibt es einen stabilisierenden Faktor:
Gut die Hälfte der Betriebe (53 Prozent) verzeichnet entweder eine stabile respektive leicht steigende Umsatzentwicklung oder muss lediglich moderate Rückgänge von maximal 15 Prozent hinnehmen.

Fragt man nach den Ursachen für die aktuelle Marktlage, dominiert ein Thema die Rangliste absolut: Die geopolitische Unsicherheit. In 91 von 107 vollständigen Ranglisten wurde dieser Faktor auf Platz eins der Hauptursachen gesetzt.
Mit deutlichem Abstand folgen Medienberichte über Kerosinmangel sowie das allgemeine Preisniveau und die Inflation. Diese Themen bewegen sich in der Gewichtung der Sorgenfelder auf einem ähnlich hohen Niveau, rücken jedoch angesichts der globalen Krisenherde spürbar in den Hintergrund.
Fernreisen besonders betroffen
Regional betrachtet schlägt der Rückgang vor allem am östlichen Horizont ein: Die Destinationen in Nahost, Asien und Ozeanien («Fernreisen Ost») werden von 68 der 103 Antwortenden als die am stärksten betroffene Region genannt.
Auch das Geschäft mit dem Westen (USA, Kanada, Lateinamerika) zeigt sich rückläufig, gefolgt von Osteuropa und dem Mittelmeerraum. Bezüglich der Reisearten müssen insbesondere zwei tragende Säulen der Branche Federn lassen.
Einerseits sind dies die Individualreisen: 57 der 124 Befragten sehen hier den stärksten Einbruch. Mit 42 Nennungen sind auch Badeferien stark von einer Zurückhaltung betroffen.
Gruppenreisen, Kreuzfahrten und Geschäftsreisen folgen auf den weiteren Plätzen und zeigen sich vergleichsweise resilienter gegenüber der Krise.
Kurzarbeit noch kein Massenphänomen
Trotz der spürbaren Umsatzrückgänge greift die Branche vorerst nur vereinzelt zu drastischen Personalmassnahmen. Für eine deutliche Mehrheit von 60 Prozent der Betriebe ist Kurzarbeit aktuell überhaupt kein Thema.
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Rund 28 Prozent der Unternehmen befinden sich in einer Prüfungsphase oder erachten das Instrument in der aktuellen Situation als sinnvoll. Tatsächlich offiziell angemeldet wurde Kurzarbeit bisher jedoch erst von knapp 1 Prozent der Befragten.
Der Blick auf die nächsten 6 bis 12 Monate offenbart ein geteiltes Stimmungsbild in der Branche. Zwar rechnet eine Mehrheit von 57 Prozent mit einer weiterhin rückläufigen Geschäftsentwicklung (wobei 54 Betriebe von einer leicht und 16 von einer stark rückläufigen Tendenz ausgehen).

Demgegenüber steht jedoch ein optimistisches Gegengewicht: 43 Prozent der Befragten erwarten eine Stabilisierung oder sogar ein leichtes Wachstum.
Die Schweizer Reisebranche navigiert somit weiterhin durch anspruchsvolles Fahrwasser. Die kommenden Monate werden zeigen, inwiefern das Vertrauen der Konsumenten in Sicherheits- und Orientierungsfragen zurückgewonnen werden kann, um der aktuellen Flaute entgegenzuwirken.
Hinweis: Dieser Artikel wurde zuerst auf «Travelnews.ch» publiziert.








