Mit dem neuen Schweizer Luxus-Nachtbus nach Amsterdam!

    Reto Suter
    Reto Suter, Travelnews

    Zürich,

    Der Luxus-Nachtbus Twiliner verspricht eine neue Art des Reisens. Ein Selbsttest auf der Strecke Zürich–Amsterdam zeigt, wie viel Komfort wirklich drinsteckt.

    Nachtbus
    Travelnews-Chefredaktor Reto Suter testete den neuen Schweizer Luxus-Nachtbus Twiliner auf einer Fahrt nach Amsterdam. - travelnews

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Schweizer Luxus-Nachtbus Twiliner ist seit sechs Wochen auf zwei Strecken unterwegs.
    • Wir haben die neue Reiseart auf der Strecke Zürich-Amsterdam getestet.
    • Die Reiseart bietet im Vergleich zum Flugzeug viele Vorteile.

    Seit rund sechs Wochen ist er unterwegs: Der erste Schweizer Luxus-Nachtbus mit komplett waagrechten Liegebetten. Anfang Dezember 2025 nahm das Start-up Twiliner nach fast fünf Jahren Vorarbeit den regulären Betrieb auf.

    Vorerst bedient das Unternehmen zwei internationale Linien ab Zürich: Eine Route führt via Basel, Luxemburg, Brüssel und Rotterdam nach Amsterdam.

    Die zweite via Bern und Girona nach Barcelona. Ich habe mich für einen Selbsttest entschieden – mit einer Nachtfahrt in Richtung Amsterdam.

    An Bord zwischen Neugier und Komfort

    Los geht es am Zürcher Busbahnhof Sihlquai, gleich beim Hauptbahnhof. Die Abfahrt ist offiziell auf 21.30 Uhr angesetzt, das Ticket erhalte ich im Voraus elektronisch. Darauf der Hinweis, mich 20 Minuten vor Abfahrt einzufinden.

    Vor Ort werde ich von den beiden Chauffeuren freundlich begrüsst. Pro Fahrt sind immer zwei Fahrer im Einsatz, die sich unterwegs abwechseln. Sie zeigen mir meinen Platz, erklären mir die wichtigsten Punkte der Ausstattung und wünschen eine gute Fahrt.

    Der Bus ist nur spärlich besetzt: Von insgesamt 21 Liegesitzen sind lediglich drei belegt. Weil alle Passagiere früh an Bord sind, entscheidet sich der Fahrer spontan für eine frühere Abfahrt. Rund 15 Minuten vor Fahrplan rollen wir bereits Richtung Basel los.

    Nachtbus
    Der Nachtbus mit Business-Class-Komfort bietet Platz für 21 Passagiere. - travelnews

    Auf meinem Sitz liegt alles bereit, was man für die Nacht braucht: Kissen, Bettwäsche, Steppdecke, eine Flasche Wasser sowie eine Infokarte mit WLAN-Zugang und Anleitung für die verschiedenen Sitzpositionen.

    Zusätzlich wäre im Preis von 150 Franken ein Gepäckstück bis 23 Kilo inbegriffen. Ein Vorteil gegenüber dem Flugzeug. Ich selbst reise für meinen Kurzaufenthalt in Amsterdam nur mit Handgepäck.

    Entspannen statt arbeiten

    Das WLAN funktioniert einwandfrei. Mein ursprünglicher Plan, noch etwas am Laptop zu arbeiten, zerschlägt sich jedoch rasch. Der Bus fährt ruhig, ruckelt aber.

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    In dieser Hinsicht bin ich empfindlich, mir wird schnell unwohl. Wer nicht derart anfällig ist, dürfte damit weniger Mühe haben. Ich entscheide mich für Musik und lehne mich zurück.

    Es gibt drei Sitzmodi: aufrecht, geneigt und vollständig waagrecht. Nach einem kurzen Stopp in Basel geht es zügig weiter Richtung Norden.

    Hunger habe ich keinen, gegessen habe ich bereits vorher. Im Unterdeck gäbe es kleinere Snacks, auf warmes Essen verzichtet Twiliner bewusst. Wasser, Kaffee und Tee sind dafür im Preis inbegriffen.

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    Die Reise nach Amsterdam - youtube/@TravelnewsAG

    Kurz nach der Grenze mache ich mich bettfertig. Das separate Bad und das WC überraschen positiv: Modern, sehr sauber und deutlich geräumiger als in Flugzeugen und vielen Nachtzügen.

    Anleitung für Schlafposition via QR-Code

    Über einen QR-Code gelange ich zur Anleitung für die Schlafposition. Mit wenigen Handgriffen ist alles vorbereitet: Leintuch aufziehen, Kissen beziehen, Rückhaltesystem anlegen – eine Art Sicherheitsgurt für die Nacht.

    Ich probiere verschiedene Schlafpositionen aus. Am wohlsten fühle ich mich seitlich. Die Temperatur ist allerdings ein Thema: Zuerst zu warm, später sehr kühl.

    Hoodie und Trainerhose erweisen sich als gute Wahl. Irgendwann schlafe ich ein. Zwischendurch wache ich kurz auf – bei einem Tankstopp oder Fahrerwechsel – finde aber meist rasch wieder Schlaf.

    Twiliner
    So präsentiert sich der Liegesitz im Nachtbus von Twiliner. - travelnews

    Gegen 5 Uhr bin ich eine Weile wach, döse später aber nochmals ein. Um 7 Uhr ist endgültig Tag. Laut Google Maps sind wir bereits nahe Amsterdam. Ich mache mich frisch, gönne mir einen Kaffee aus dem Automaten und lese die ersten News des Tages.

    Um 8.45 Uhr, rund eine Stunde früher als geplant, erreichen wir den Busbahnhof Sloterdijk. Die Lage ist zentral, die Innenstadt ist mit dem Zug in weniger als zehn Minuten erreichbar. Nach einem Cappuccino in einem Café starte ich entspannt in meinen Städtetrip.

    Viel Potenzial, kleine Baustellen

    Unter dem Strich überzeugt das Konzept. Der Liegesitz ist bequem, der Schlaf deutlich erholsamer als bei meiner letzten Nachtzugfahrt von Wien nach Bregenz.

    Ich komme nicht gerädert, sondern mit Energie an. WLAN, Sanitäranlagen und der persönliche Umgang an Bord hinterlassen einen sehr guten Eindruck.

    Würdest du mit einem Nachtbus nach Amsterdam reisen?

    Abzüge gibt es für mich bei zwei Punkten: Arbeiten während der Fahrt war nicht möglich, und die Temperaturregelung braucht dringend Feinschliff.

    Twiliner ist sich dieses Problems bewusst. Die spezielle Buskonstruktion stellt höhere Anforderungen an die Heizung als bei gängigen Reisecars.

    Trotzdem: Als Alternative zu Flugzeug oder Nachtzug hat der Luxus-Nachtbus grosses Potenzial. Besonders für eine einfache Strecke oder in Kombination mit anderen Verkehrsmitteln ist das Angebot attraktiv.

    Hinweis: Dieser Artikel wurde zuerst auf «Travelnews.ch» publiziert. Reto Suter ist Chefredaktor von Travelnews.

    Kommentare

    User #1274 (nicht angemeldet)

    Hin und zurück in der Nacht, so bleibt man in Amsterdam am Tag.

    User #6511 (nicht angemeldet)

    Die fahren sicher mit Strom oder? Bei den Klima Diskussionen,,

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