Winterschuhe gehören nicht auf die Heizung und sollten nicht täglich getragen werden. Und auch die Reinigung ist speziell. Tipps und Tricks.
Strasse Winter Fussgänger
Im Herbst oder Winter sollte man dieselben Schuhe am besten nicht täglich tragen. Denn in den Materialien sammelt sich Feuchtigkeit, welche Zeit zum Ausdünsten braucht. - Kay Nietfeld/dpa/dpa-tmn

Das Wichtigste in Kürze

  • Winterschuhe halten viel aus – wenn man sie richtig pflegt.
  • Wichtig ist, sie regelmässig zu imprägnieren und von Feuchtigkeit zu befreien.
  • Man braucht: Zeitungspapier, Imprägnierspray, Schuhspanner und mindestens ein Paar extra.

In diesen grauen Tagen sollten wir wieder mehr wie Kinder sein. Fröhlich in Pfützen springen und mitten rein in den Schnee laufen, statt beides vorsichtig zu umgehen, weil die Schuhe dreckig werden könnten.

Denn die halten das schon aus – wenn Sie diese Tricks kennen:

Wie werden nasse Schuhe schnell wieder trocken?

«Keinesfalls dürfen sie auf die Heizung gestellt oder mit einem Föhn traktiert werden. Dann werden sie brüchig und rissig», sagt Claudia Schulz vom Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie.

Hilfreich sind saugfähige Papiere wie Zeitungsseiten und Küchenrolle, die man innen in den Schuh stopft.

Winterschuhe feucht Papierfüllung
Sind die Winterstiefel feucht oder nass? Da helfen zerknülltes und in den Schuh gestopftes Zeitungspapier, welches die Feuchtigkeit aufnimmt. - Robert Günther/dpa-tmn

Aber dann brauchen sie eben Zeit zum Trocknen. Erst wenn keine Feuchtigkeit mehr drin ist, können die Schuhe – je nach Material – mit einer farblich passenden Schuhcreme oder anderen Pflegeprodukten bearbeitet werden.

Diese müssen gut einwirken, danach kann poliert werden. Anschliessend müssen die Schuhe wieder neu imprägniert werden.

Stimmt es denn, dass man Schuhe nicht jeden Tag tragen sollte?

Es ist in der Tat sinnvoll, mehrere Paare Wechsel-Winterstiefel zu besitzen. «Auch wenn die Schuhe nicht sehr nass geworden sind, sollte man immer einen bis zwei Tage warten, bis sie wieder getragen werden», sagt Claudia Schulz.

Das gilt übrigens für alle geschlossenen Schuhe in allen Jahreszeiten. Denn in den Materialien sammelt sich Feuchtigkeit, täglich bis zu einem Schnapsglas voll. Deshalb müssen die Schuhe ausdünsten können.

Schuhe Schnee
Nicht nur Eisfüsse, sondern oft vor allem nasse Schuhe hat man nach einer schönen Schneewanderung. - Unsplash

«Lederschuhe haben diese Ruhezeit besonders nötig. Sie brauchen bis zu 20 Stunden zum Trocknen», sagt Arno Carius, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Schuhmacher-Handwerks.

Am besten ist es, einen Schuhspanner zu verwenden, wenn die Schuhe nicht getragen werden. So vermeidet man Tragefalten.

Wichtig ist, dass der Schuhspanner aus unlackiertem Holz ist und die passende Grösse hat. Keinesfalls gehören Schuhe in Plastiktüten, sonst kann sich Schimmel bilden.

Schuhbeutel aus Baumwolle oder Leinen sind eine Alternative zum Platz in einem Regal.

«Praktisch sind auch die Pappkartons, in denen die Schuhe gekauft wurden», sagt Claudia Schulz. «Wenn man Fotos der Schuhe auf die Vorderseiten klebt, gerät kein Paar in Vergessenheit.»

Wie verhindere ich nasse Füsse im Schuh?

Kein Schuh sollte im Winter ohne Imprägnierung vor die Tür – egal ob neu oder schon lange getragen. Diese hält Wasser, aber auch Schmutz besser ab.

Je nach Beanspruchung und Nässe sollte man das daher auch von Zeit zu Zeit wiederholen.

Imprägnierspray auf Wildlederschuhen
Um Wasser und Schmutz abzuweisen, sollten Schuhe mit einem Imprägnierspray behandelt werden. Diese Sprays sollten nicht in geschlossenen Räumen, sondern nur im Freien verwendet werden. - Robert Günther/dpa-tmn

«Das meist beim Schuhkauf an der Kasse gleich mit angebotene Imprägnier- und Pflegemittel ist durchaus sinnvoll, wenn es sich um ein qualitativ hochwertiges Produkt handelt», sagt Claudia Schulz.

Ein Tipp zur Anwendung: Imprägniersprays sollten keinesfalls in geschlossenen Räumen, sondern nur im Freien verwendet werden.

Wie entferne ich den Schmutz am besten?

Überraschung: Die gute alte Schuhcrème ist laut den Experten für viele Materialien tabu.

«Für Schuhe aus synthetischen Materialien ist Schuhcrème generell nicht geeignet. Sie würde unschöne Flecken hinterlassen», sagt Arno Carius. «Solche Schuhe werden mit speziellen Sprays oder Reinigungsschaum sauber.»

Auch Rauleder und Wildleder sollte man nicht mit Schuhcrème reinigen.

Zurückbleibende Schneeränder sind eine Herausforderung, denn sie enthalten meist auch das Streusalz von der Strasse. Die Ränder können sich zwar schon mit Wasser und einem milden Reinigungsmittel auflösen, das reicht aber nicht immer.

«Bei hartnäckigen Flecken hilft eine Mischung aus zwei Teilen Wasser und einem Teil nicht zu scharfem Essig», lautet der Tipp von Schuhmachermeister Carius. «Wenn man vorsichtig arbeitet, klappt das sogar bei Lederschuhen.»

Mehr zum Thema:

Wasser