Ketamin: Zwischen Rausch und revolutionärem Therapieansatz

    Laura Martin
    Laura Martin

    Bern,

    Das Narkosemittel Ketamin erfreut sich als Partydroge Beliebtheit. Das ist gefährlich. Viel interessanter ist ohnehin sein Einsatz im therapeutischen Bereich.

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    Ursprünglich ist Ketamin ein Narkosemittel. (Symbolbild) - depositphotos

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ketamin ist ein Anästhetikum, das auch als Partydroge missbraucht werden kann.
    • Auch ein therapeutischer Einsatz ist möglich, vor allem zur Behandlung von Depressionen.
    • Dieser erfolgt unter strenger ärztlicher Aufsicht, um potenzielle Risiken zu minimieren.

    Bei Ketamin, eigentlich Ketaminhydrochlorid, handelt es sich ursprünglich um ein synthetisches Narkosemittel. In der Partyszene wird der Wirkstoff gerne als Droge konsumiert. Doch just macht er noch als vielversprechendes Instrument in der psychischen Gesundheitsversorgung von sich reden. Im therapeutischen Bereich könnte er sich als wegweisend erweisen.

    Die Substanz im Fokus

    Ketamin, auch als «Special K» bekannt, ist ein synthetisches Dissoziativum. Das bedeutet, wir haben es mit einer psychoaktiven Substanz zu tun, die eine halluzinogene und dissoziative Wirkung entfaltet.

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    In der Veterinärmedizin ist Ketamin als Anästhetikum für Tier weit verbreitet. - Depositphotos

    Ketamin wurde in den 1960er-Jahren für chirurgische Eingriffe und später für veterinärmedizinische Zwecke entwickelt. Es induziert einen Zustand der Sedierung und Analgesie, wirkt also beruhigend und schmerzlindernd. Aufgrund seiner halluzinogenen Eigenschaften hat das Mittel auch Einzug in die Partywelt gehalten.

    Rauschmittel und Risiken

    Beim Feiern wird Ketamin oft wegen seiner psychedelischen Effekte konsumiert, meist in Pulverform geschnupft. Die Bewusstseinszustände können veränderte Wahrnehmungen, Desorientierung, Halluzinationen und mitunter auch Nahtoderlebnisse zur Folge haben.

    Der unsachgemässe Gebrauch birgt jedoch erhebliche Risiken, darunter dissoziative Zustände und Gedächtnisverlust. «Der chronische Gebrauch schädigt die Blase, Leber und Nieren», heisst es auf «infodrog.ch». «Er kann zu depressiven Verstimmungen und Ängstlichkeit führen.»

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    Ketamin hat seinen Weg auch in die Partywelt geschafft. - Depositphotos

    Auch die Gefahr der psychischen Abhängigkeit besteht. In der Schweiz ist Ketamin verschreibungspflichtig und fällt hier nicht unter das Betäubungsmittelrecht.

    Therapeutischer Einsatz

    Ketamin wird ausserdem in einigen therapeutischen Kontexten eingesetzt, vor allem in der Psychiatrie. In subanästhetischen Dosen zeigt es vielversprechende Ergebnisse bei der Behandlung von Depressionen. Und zwar insbesondere bei Patienten, die auf herkömmliche Antidepressiva nicht ansprechen. Der schnelle Wirkungseintritt macht es zu einem potenziell lebensrettenden Werkzeug in Notfallsituationen.

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    Ketamin kann therapeutisch unter anderem bei Depressionen eingesetzt werden - unter strenger ärztlicher Aufsicht. - Depositphotos

    Die genauen Anwendungsrichtlinien und Abläufe variieren je nach medizinischem Fachbereich und individuellem Fall. Die Verwendung von Ketamin wird unter strenger ärztlicher Aufsicht durchgeführt, um die Sicherheit des Patienten zu gewährleisten.

    Aus neurobiologischer Perspektive

    Die therapeutische Wirkung von Ketamin beruht auf der Modulation des Glutamat-Systems im Gehirn. Das führt zu schnellen Veränderungen in den neuronalen Verbindungen und ermöglicht es, depressive Symptome zu lindern. Diese einzigartige neurobiologische Eigenschaft unterscheidet Ketamin von traditionellen Antidepressiva. Seine Wirkung eröffnet neue Wege für die Forschung in der Psychopharmakologie.

    Herausforderungen und Potenzial

    Trotz der vielversprechenden Ergebnisse stehen dem therapeutischen Einsatz von Ketamin noch Herausforderungen bevor. Dazu gehören Fragen der Langzeitsicherheit, die Entwicklung präziser Dosierungen und ethische Überlegungen.

    Dennoch könnten die Fortschritte im Verständnis dieser Substanz die psychische Gesundheitsversorgung revolutionieren.

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