Sattler trifft auf den Etappen durch die unterschiedlichen Regionen des Landes auch auf viele Menschen. An einige der Begegnungen erinnert sie sich besonders.
Monika Sattler mit Begleitung auf dem Velo
Begegnungen während der Pässe Challenge machen diese besonders. Auf und abseits des Velos. - Björn Sum
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Das Wichtigste in Kürze

  • Überraschende Begegnungen mit anderen Menschen können besondere Momente werden.
  • Challenges und Herausforderungen müssen nicht rekordverdächtig sein.
  • Sattler freut sich, dass sie Menschen inspiriert und möchte dies auch weiterhin tun.

Monika Sattler hat sich ein Ziel gesetzt: sie möchte mit ihrem Velo alle 124 Schweizer Strassenpässe absolvieren – innerhalb von nur einem Monat.

Begegnungen sorgen für zusätzliche Motivation

Auf ihrem Weg durch die ganz unterschiedlichen Regionen der Schweiz begegnet Sattler nicht nur Velofahrern, die ihr beispielsweise auf einem Pass entgegenkommen, oder die kurzzeitig den gleichen Weg teilen. Und die sie kurz freundlich grüsst, wie es unter Gleichgesinnten üblich ist.

Es gibt auch Momente, in denen sie in diesen Tagen bei einem Zwischenstopp angesprochen wird oder auf Menschen trifft, mit denen sie einige Worte wechselt. Und es sind jene Momente, die ihre Challenge für sie zusätzlich bereichern.

So war es beispielsweise es mit dem 77-jährigen rüstigen Senior, den Sattler auf Etappe 14 auf dem Weg zur Forcula di Livignio trifft. Optisch fit wie ein Turnschuh, sonnengegerbte Haut, Socken mit roten Bergwertungspunkten, stolz auf sein Alter.

Ein kurzer Plausch über die schon zurückgelegte und noch vorausliegende Strecke. Der Herr hatte schon einige Kilometer in den Beinen an dem Tag und noch einiges vor sich. Nachdem noch ein Erinnerungsfoto gemacht wurde, ging es direkt weiter.

Monika Sattler trifft Velofahrer
Monika Sattler und eine ihrer Zufallsbegegnungen auf dem Weg zur Forcula di Livigno - Björn Sum

«Er wünschte mir viel Glück für den weiteren Verlauf der Strecke. Und fand super, was ich gerade mache. Es war toll, seine Energie zu spüren, die er in dem Alter noch versprühte. So etwas spornt auch mich an, immer weiter zu fahren.», so Sattler.

Ganz unterschiedliche Charaktere und Beweg-Gründe

Oder der sportliche Business-Mann aus Zermatt, auf den Sattler auf Etappe 13 am Umbrailpass trifft. Er ist schon vor Wochen auf Sattlers Projekt aufmerksam geworden, fährt selbst gerade einige der grossen Pässe und wäre am liebsten auch auf einer Etappe mitgefahren, wenn es denn zeitlich gepasst hätte.

Er verfolgt die Challenge und freut sich darüber, zufällig das Support-Fahrzeug gesehen und die Chance zu haben, Sattler kennenzulernen. Interessiert ist er unter anderem an Details der Routenplanung oder an ihrer Ernährung, wenn sie unterwegs ist.

Monika Sattler und ihr Velo
Sattler vor der Zufallsbegegnung am Umbrail-Pass - Björn Sum

Man tauscht kurz Kontakte aus und wird nach der Challenge ggf. an das kurze Treffen anknüpfen. Sattler zur Zufallsbegegnung: «Sehr gerne habe ich die gestellten Fragen beantwortet. Es ist doch toll, so ein Interesse auch bei anderen Menschen zu spüren, die vielleicht dann auch inspiriert sind, zum Beispiel Strecken nachzufahren. Oder ihre eigene Herausforderung zu finden.»,

Auf Etappe 20 trifft Sattler am Glaubenbergpass auf einen Mann, der vor einiger Zeit bereits seine eigene Challenge in Angriff genommen hat: Vom Raucher zum Nichtraucher, ein Velo zugelegt und deutlich abgenommen. Er hat die Passion zum Radfahren (wieder)entdeckt, sich selbst Ziele gesetzt, sich getraut bei E-Bike-Rennen an den Start zu gehen und auch dadurch sein Leben wieder spannender gestaltet.

«Er hat meine Challenge verfolgt und wusste, dass die Etappe heute auch den Glaubenbergpass als ersten Pass beinhaltete. Es hat mich beeindruckt, dass er den Weg auf sich nimmt, nur um die Chance zu nutzen, mich kurz zu treffen. Als er dann noch meinte, dass ich ihn motiviere den Weg weiterzugehen, auf dem er sich gerade befindet, hat mich das schon berührt und sehr gefreut.», so Sattler.

Egal ob Renn-Velo, E-Bike oder Motorrad

Sattlers Support-Fahrzeug zieht durchaus Aufmerksamkeit auf sich, wenn es irgendwo parkiert. Relativ schnell kommt man ins Gespräch bzw. kommen Interessierte auf die Velo-Fahrerin zu.

Wie auch auf Etappe 12 am Kunkelspass. Ein etwas älteres Paar, er auf einem Renn-Velo, sie auf einem E-Bike, kommen auf Satter zu, sagen freundlich «Hallo» und äussern ihren Respekt für das Projekt. Im kurzen Gespräch stellt sich heraus, dass auch die beiden gerade einiges auf ihren Velos vorhaben und aktuell recht lange Touren absolvieren.

Monika Sattler und ihr Velo
Sattler nach Erreichen des Kunkelspass kurz bevor sie auf interessiert Fragende trifft - Björn Sum

«Hier wurde wieder deutlich, wie schön es ist, dass man sich auch zu zweit einiges vornehmen, erreichen und erleben kann. Teilweise eben auch heute dank der heutigen E-Bikes. Es geht auch keinesfalls immer nur um Höchstleistungen. Ziele sollten stets auch erreichbar sein. Und ganz subjektiv auch einfach zu einem passen.», so Sattler.

Auch ein Motorradfahrer-Paar aus Südeuropa, das gerade durch die Schweiz tourt, ist interessiert. Sie möchten ein Foto mit Sattler als Erinnerung an die Zufallsbegegnung, was sie sehr gerne erhalten. Ein kurzer Smalltalk und alle machen sich wieder auf den Weg in unterschiedliche Himmelsrichtungen. Jeweils bereichert um eine nette Begegnung.

Monika Sattler auf dem Velo
Das Support-Fahrzeug von Sattler fällt auf, wenn es sie begleitet oder parkiert. - Björn Sum

Auch so etwas ist für Menschen als soziale Wesen wichtig: Interaktion, Austausch, Feedback. Ein aufmunterndes Wort. Ein nettes Lächeln. Geteilte Begeisterung für das, was man tut, wenn man draussen in der Natur unterwegs ist und seinen Weg geht bzw. fährt.

Sattler möchte mit ihrem Projekt motivieren

«Genau solche Momente sind extrem wertvoll. Sie geben mir wahnsinnig viel. Und es ist auch das, was ich mit meiner Challenge erreichen möchte: wiederum andere Menschen motivieren, inspirieren oder sie darin bestärken, ihre eigene Challenge zu finden und auch mal die eigene Komfortzone zu verlassen.», resümiert Sattler.

Hierbei muss es sich keinesfalls um Rekordprojekte handeln. Und es muss auch nicht mit dem Velo in Verbindung stehen. Auch einfach mal etwas Neues ausprobieren oder wagen, oder Dinge anders machen als zuvor. Und noch wichtiger: anfangen und mit der Umsetzung starten.

Es sind also auch die kleineren, aber wichtigen Momente, die eine Herausforderung wie die Pässe Challenge besonders machen. Und sei es, wenn ein kleines Mädchen fasziniert mit grossen Augen zuschaut, wie Sattler sich bereits macht für die nächste Etappe.

Wer weiss, vielleicht wird auch aus der Kleinen eine passionierte Velo-Fahrerin.

Etappe 21 - mit drei absolvierten Pässen

Am Donnerstag wurden drei Pässe absolviert: der Pas de Morgins, Chalet a Gobet und Portes du Colet, der mit über 24% Steigung aufwartete, die aber dann mit einer wunderbaren Aussicht belohnt wurde.

Monika Sattler auf dem Velo
Sattler erreicht den Colde Portes du Colet und schließt damit Etappe 21 ab - Michael Daiger

Monika Sattler ist Talent- und Leadership-Coach, Radrekordhalterin, Autorin und Keynote-Speakerin. Im Sommer 2022 wird sie im Rahmen ihres neuen Rekordprojekts alle 124 Schweizer Pässe innerhalb von 30 Tagen befahren.

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Nau.ch ist Medienpartner der Pässe-Challenge und unterstützt damit Monika Sattlers Mission für mehr Frauen-Empowerment.

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