Weg vom Einheitsbrei: Japans handgefertigte Schönheiten
Frustriert vom aerodynamischen Einheitsbrei aktueller Modelle? Erfahre, wie eine japanische Autoschmiede die automobile Schönheit wiederentdeckt.

In Japans Präfektur Toyama widersetzt sich eine eigenwillige Manufaktur seit Jahrzehnten der stromlinienförmigen Gleichförmigkeit des automobilen Grossserienbaus. Mitsuoka zerlegt fabrikneue Serienfahrzeuge bis auf das nackte Chassis und kleidet sie in handgefertigte Retro-Karosserien aus glasfaserverstärktem Kunststoff.
Hinter den extravaganten Formen steckt hochmoderne Plattformtechnik der führenden japanischen Automobilkonzerne. Die Nischenmarke verbindet auf diese Weise den optischen Charme automobiler Ikonen mit der unerschütterlichen Zuverlässigkeit japanischer Alltagstechnik.

Diese eigenwillige Symbiose aus traditioneller Handwerkskunst und bewährter Grossserie hat dem Unternehmen in Japan längst Kultstatus eingebracht. Mittlerweile reicht das vielbeachtete Modellportfolio vom nostalgischen Stadtwagen bis zum martialisch gezeichneten Geländegänger.
Hommage an Jaguar auf moderner Yaris-Plattform
Als wichtigster historischer Pfeiler im Modellprogramm gilt der seit über dreissig Jahren gebaute Kleinwagen Viewt. Nach drei Jahrzehnten auf Nissan-Basis nutzt der charmante Fünftürer in aktueller Generation die bewährte TNGA-B-Plattform des Toyota Yaris.
Die Karosserie zitiert mit runden Klarglasscheinwerfern und aufrechtem Chromgrill unverkennbar den britischen Jaguar Mark II von 1959. Für zeitgemässen Vortrieb sorgt ein hocheffizienter 1.5-Liter-Dreizylinder mit serienmässiger Hybridunterstützung und stufenlosem Automatikgetriebe.

Das Gesamtsystem mobilisiert solide 116 PS Systemleistung und liefert ein maximales Drehmoment von 141 Newtonmetern. Damit fusioniert der kompakte Exot eine historische Linienführung mit einem mustergültig niedrigen Normverbrauch von rund vier Litern auf 100 Kilometer.
Amerikanische Kanten auf zeitgemässer SUV-Architektur
Das erfolgreichste Modell der jüngeren Firmengeschichte hört auf den Namen Buddy und bedient das boomende SUV-Segment. Als technisches Fundament dient der weltweit bewährte Toyota RAV4 samt seiner hochmodernen Sicherheitsarchitektur und Cockpittechnik.

Optisch transformiert Mitsuoka den Crossover in eine unverhohlene Hommage an den Chevrolet K5 Blazer der Achtzigerjahre. Übereinander angeordnete Rechteckscheinwerfer, üppiger Chromzierrat und zweifarbige Karosserielackierungen prägen den bulligen Auftritt.

Käufer wählen zwischen einem 171 PS starken Zweiliter-Benziner und dem durchzugsstarken 2.5-Liter-Vollhybrid mit 222 PS Systemleistung. Beim Vollhybriden treibt ein intelligenter E-Four-Allradantrieb die Hinterachse situativ über einen eigenen Elektromotor mit 121 Newtonmetern zusätzlich an.
Klassischer Roadster-Bauplan mit gestreckten Proportionen
Puristische Sportwagen-Enthusiasten adressiert der zweisitzige Roadster Himiko mit dramatisch gestreckten Proportionen. Unter den geschwungenen Kotflügeln arbeitet das fahrdynamisch austarierte Chassis der vierten Generation des Mazda MX-5.

Mitsuoka verlängert den Radstand auf beachtliche 2.91 Meter für eine elegante Präsenz im Stil englischer Vorkriegs-Klassiker. Der drehfreudige 1.5-Liter-Skyactiv-G-Saugmotor leistet 132 PS und entwickelt ein maximales Drehmoment von 152 Newtonmetern.

Ein präzises Sechsgang-Schaltgetriebe überträgt die Kraft verlustarm an das mechanische Sperrdifferenzial der Hinterachse. Das klassische Stoffverdeck lässt sich wie beim Ausgangsmodell im Handumdrehen nach hinten falten.
Japanische Siebzigernostalgie auf Civic-Fundament
Als jüngsten Coup präsentierte die Manufaktur das Schrägheckmodell M55, das nach überwältigender Resonanz auf die Konzeptstudie als limitierte Kleinserie gefertigt wird. Die Karosserie zitiert markante Designelemente des legendären «Kenmeri-Skyline» sowie amerikanischer Muscle-Cars der Siebzigerjahre.

Unter der tief eingezogenen Frontmaske mit vier Rundscheinwerfern steckt die moderne Bodengruppe des aktuellen Honda Civic. Der aufgeladene 1.5-Liter-Vierzylinder mobilisiert 182 PS und stellt beachtliche 240 Newtonmeter Drehmoment bereit.
Ein manuelles Sechsganggetriebe bedient den Wunsch leistungsorientierter Fahrer nach ungefilterter mechanischer Rückmeldung. Die gesamte geplante Kleinserienfertigung war bereits wenige Tage nach der offiziellen Bestellfreigabe restlos vergriffen.







