Überteuert & träge? Warum alle den RAM wollen
Stellantis trotzt dem Markt: Mit dem erfolgreichen Chrysler Pacifica und dem luxuriösen RAM 1500 setzt der Konzern in den USA Impulse gegen die Konkurrenz.

Der europäisch-amerikanische Autokonzern Stellantis bricht mit seinen brandaktuellen Verkaufszahlen alle düsteren Prognosen der hiesigen Wirtschaftsanalysten. Dank modernisierter Triebwerktechnologie und hocheffizienten, neuen Antriebsplattformen meldet der multinationale Gigant ein überraschend deutliches Absatzplus auf dem hart umkämpften US-Markt.
Vor allem zwei traditionsreiche amerikanische Marken treiben diesen unerwarteten Aufschwung vehement voran. Die etablierte Konkurrenz in Übersee gerät durch diese neuen Zahlen mächtig unter Zugzwang.
Chrysler trumpft bei den amerikanischen Familien auf
Die Grossraumlimousine Chrysler Pacifica erweist sich in den USA als wahrer Fels in der Brandung. Mit einem gewaltigen Zuwachs bei den Auslieferungen führt der praktische Familienvan die interne Wachstumsstatistik des Konzerns an.

Das geräumige Modell profitiert enorm von einer gross angelegten Sonderedition zum historischen Staatsjubiläum der Vereinigten Staaten. Viele amerikanische Familien schätzen die gelungene Kombination aus bewährter Antriebstechnik und überdurchschnittlich viel Platz im Innenraum.
Chrysler beweist damit eindrücklich den anhaltenden Nutzwert des klassischen Minivans gegen den allgegenwärtigen SUV-Trend. Dieser anhaltende Verkaufserfolg stabilisiert das gesamte Nordamerika-Geschäft von Stellantis in einer ansonsten unsicheren Marktphase.
Der Ram 1500 erobert die Highways zurück
Die eigentliche Sensation spielt sich jedoch im extrem profitablen Segment der schweren Pickups ab. Die Konzernmarke Ram meldet ein deutliches Plus bei den Verkäufen ihres wichtigsten Volumenmodells.
Der runderneuerte Ram 1500 schiesst in der Gunst der amerikanischen Käufer steil nach oben. Allein im zweiten Quartal legen die Auslieferungen der beliebten Pickup-Reihe um stolze vierzehn Prozent zu.
Frische Design-Elemente und eine modernisierte Motorenpalette locken die treue Kundschaft massenhaft in die Showrooms. Der wuchtige Wagen stemmt sich damit erfolgreich gegen die allgemeine Kaufzurückhaltung bei teuren Neufahrzeugen.
Der Ram 1500 im harten Benchmark-Vergleich
Der ewige amerikanische Marktführer Ford F-Series gilt in der Branche unangefochten als das Mass aller Dinge. Im direkten Duell mit dem Platzhirschen punktet der Ram 1500 vor allem mit seinem herausragenden Komfort.
Die exzellente Luftfederung und das extrem luxuriöse Cockpit degradieren den Ford-Konkurrenten fast zu einem rauen Baustellenfahrzeug. Die hochwertige Verarbeitung im Innenraum setzt völlig neue Standards in dieser traditionell eher rustikalen Fahrzeugklasse.

Zudem überzeugen neben den legendären V8-Motoren auch die neuen Sechszylinder-Triebwerke mit einer seidigen Laufruhe und enormen Durchzugskraft. In Sachen Fahrkultur und Langstreckentauglichkeit fährt der Ram seinem härtesten Konkurrenten derzeit ein deutliches Stück voraus.
Berechtigte Kritik am neuen amerikanischen Star
Trotz des aktuellen Höhenflugs ernten die Produktstrategien von Stellantis auch lautstarke Kritik von Automobilexperten. Die Anschaffungskosten für den edlen Pickup liegen mittlerweile spürbar über dem allgemeinen Marktdurchschnitt der Konkurrenz.
Diese Preispolitik schreckt vor allem preissensible Privatkäufer und kleinere Handwerksbetriebe dauerhaft ab. Ein weiterer Kritikpunkt betrifft das Infotainmentsystem, welches im Alltag manchmal durch träge Reaktionszeiten auffällt.
Auch bei den modernsten Fahrerassistenzsystemen bietet Ford beim F-Series immer noch das ausgereiftere Gesamtpaket. Stellantis wird diese technischen Nachteile schnellstmöglich angehen müssen, um den erlangten Marktanteil langfristig zu verteidigen.







