Statussymbol statt Verstand: Raptor-Wahnsinn
Braucht die Schweiz wirklich ein Auto im Format eines Panzers? Dieser US-Gigant spaltet die Gemüter und bricht alle gängigen Regeln der Vernunft.

So manche Schweizer Autokäufer ignorieren derzeit die automobile Vernunft und wählen extrem schwere, hubraumstarke Geländewagen. Der brandneue Ford F-150 Raptor R ist mit seinem kompressorgeladenen 5.2-Liter-V8-Motor ist ein idealer Kandidat für diese Zielgruppe
Dieses extrem leistungsstarke Triebwerk stammt ursprünglich direkt aus dem weltberühmten Rennsport-Modell namens Ford Shelby GT500. Mit einer unbändigen Kraft von satten 720 Pferdestärken pulverisiert der tonnenschwere amerikanische Koloss die aktuellen CO2-Ziele im Handumdrehen.

Klar ist: Niemand braucht im dichten Zürcher Stadtverkehr oder auf engen Bündner Passstrassen ein derart unhandliches Monster mit permanentem Allradantrieb. Dennoch verzeichnen die Schweizer Direktimporteure derzeit eine rasant steigende Nachfrage nach diesem spektakulären Statussymbol aus Übersee.
Der ungleiche Kampf gegen die Benchmark
Auf dem internationalen Markt für Hochleistungs-Pickups fungiert der bullige RAM 1500 TRX seit Jahren als der unangefochtene Massstab. Die Ingenieure von Ford attackieren diesen mächtigen Erzrivalen nun gezielt mit deutlich weniger Gesamtgewicht sowie einer höheren Motorleistung.

Die hochmodernen Fox-Live-Valve-Stossdämpfer garantieren ein unschlagbares, hochpräzises Fahrverhalten in unwegsamem Gelände. Das hochentwickelte Zehngang-Automatikgetriebe sortiert die verfügbaren Gänge selbst unter harter Volllast ausserordentlich schnell und präzise.
Im direkten Performance-Vergleich verliert der Raptor R allerdings wertvolle Punkte beim maximalen Drehmoment im sehr niedrigen Drehzahlbereich. Zudem enttäuscht die vergleichsweise geringe Zuladung von unter einer Tonne gewerbliche Nutzer sowie Handwerker im täglichen Arbeitseinsatz massiv.
Ein teurer Albtraum für das Schweizer Parkhaus
Mit einer stattlichen Aussenbreite von deutlich über zwei Metern sprengt dieser amerikanische Truck jede standardisierte europäische Parklücke. Ein gigantischer Wendekreis von fast fünfzehn Metern verwandelt das Manövrieren in engen Schweizer Alpendörfern in eine nervenaufreibende Qual.

Der reale Treibstoffverbrauch klettert selbst bei einer sehr defensiven Fahrweise im Schweizer Alltag mühelos auf weit über fünfzehn Liter Benzin. Die riesigen, grobstolligen Offroad-Reifen verlängern den Bremsweg auf nassem Asphalt zudem in einen potenziell gefährlichen Bereich.
Für einen astronomischen Importpreis von fast zweihunderttausend Schweizer Franken erwerben Enthusiasten hierzulande also ein absolut unvernünftiges, emotionales Spielzeug. Erst ab dem Modelljahr 2027 rollt der brachiale Bolide über offizielle europäische Vertriebskanäle regulär zu den hiesigen Händlern.







