Der Mercedes-AMG EQS 53 ist der erste Sport-Mercedes mit vollelektrischem Antrieb. Mächtiger V8-Sound und martialische Optik fehlen komplett.
Mercedes AMG EQS 53
Der Mercedes AMG EQS 53 ist der erste elektrische AMG - Mercedes-Benz

Das Wichtigste in Kürze

  • Erster rein elektrischer Mercedes-AMG
  • Bis zu 761 PS und 1.020 Nm
  • Reale Reichweite nur etwa 350 Kilometer trotz 107 kWh-Batterie

Mit grimmiger Front, vertikalen Chrom-Kiemen, mächtigen 22-Zoll-Felgen und grosser Abrisskante am Heck spricht er eigentlich eine klare Sprache. Dennoch ist der Mercedes-AMG EQS 53 nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Zu dominant ist der aerodynamische Grundkörper des Luxus-Elektroautos EQS weiterhin. Spielt er wenigstens technisch die AMG-Trumpfkarte?

Der Mercedes-AMG EQS 53 ist nur schwer von der Serie zu unterscheiden

Mercedes-AMG EQS 53
Auch von hinten gibt sich der Mercedes-AMG EQS 53 nur sehr subtil zu erkennen - Mercedes-Benz

In Sachen Motorleistung auf jeden Fall. Serienmässig sind es 658 PS und 950 Newtonmeter, wer das Dynamic Plus-Paket ordert bekommt gar 761 PS und 1020 Nm. Damit ist der Standardsprint in 3,4 Sekunden erledigt und die Spitze liegt bei 250 km/h. Ohne Extra-Boost sind es ebenfalls sehr schnell 3,8 Sekunden und 220 km/h.

Beeindruckende Werte, zumal für ein vollbeladen 3'200 Kilogramm schweres Fahrzeug. Allerdings ist auch der Serien-EQS 580 mit 4,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h eine sehr spurtstarke Limousine. Dazu kommt der fehlende V8-Sound, der gerade bei dem AMG-Modellen doch immer sehr emotional ausgefallen ist. Hier muss es der Mercedes-AMG EQS 53 mit synthetisch komponierten Warp-Klängen bewenden lassen.

Reicht eine Wahnsinns-Beschleunigung und Zukunfts-Warp-Sound?

Mercedes-AMG EQS 53
Das Interieur überzeugt mit seinem beeindrucken Display über die gesamte Innenraumbreite - Mercedes-Benz

Dauerhaftes Nutzen der möglichen Performance verbietet sich allerdings. Zumindest für den, der in die Nähe der Normreichweiten kommen möchte. Denn die zwei permanenterregten Elekromotoren werden aus einem Lithium-Akku mit 107,8 kWh Kapazität versorgt. Ihr Energievorrat möchte sorgsam verwaltet werden.

Zwar kann man mit bis zu 200 kW nachladen, doch Effizienz bleibt das Schlüsselswort. Erste Fahreindrücke mit beherztem Ausnutzen des dynamischen Potenzial zeigten Werte um 350 Kilometer Reichweite. Das wären gut 30 kWh/100km und damit kein besonders sparsamer Wert. In der Norm kommt der Mercedes-AMG EQS 53 auf 584 km Reichweite bei 21,1 kWh/100km.

Sehr guter Komfort auch mit der AMG-Abstimmung von Fahrwerk und Rädern

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Auch die gigantischen 22-Zoll-Leichtmetallfelgen stören den exzellenten Federungskomfort nicht - Mercedes-Benz

Wer den Warp-Sound abstellt und die Rekuperation zurückfährt, der erntet nicht nur hohe Reichweiten, sondern auch tollen Komfort. Der Mercedes-AMG EQS 53 ist und bleibt trotz seines Namens und seiner Abstammung ein Gleiter. Man lehnt sich zurück und geniesst Soundsysteme, Massagesitze und den tollen Hyperscreen. Die Darstellung der Fahrzeugfunktionen über die gesamte Wagenbreite ist so umfassend wie futuristisch.

Ein lustiges Detail ist das Platzangebot. Hier gibt der EQS mit seinem im Vergleich zur S-Klasse eher beschränkten Raum im Fond kleinen Anlass zur Kritik. Der Mercedes-AMG EQS 53 empfiehlt sich entsprechen für Selbstfahrer – es passt hier also besser zusammen als in der Serie.

Wie geht es mit AMG weiter?

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Reichen die Talente des Mercedes-AMG EQS 53 für eine Differenzierung zur Serie aus? - Mercedes-Benz

Ob die leicht angeschärften Talente allerdings als Verkaufsargument ausreichen bleibt abzuwarten. In einer sich wandelnden Mobilitätswelt werden künftig andere Ansprüche an ein Automobil gestellt. Der Mercedes-AMG EQS 53 zeigt dies deutlich. Denn ein einst gut funktionierendes Rezept gelingt plötzlich ohne die wesentlichen Zutaten nicht mehr so einfach.

Das neue elektrische Spitzenmodell von Mercedes-AMG kostet ab CHF 189‘300 und ist direkt bestellbar.

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