Neujahr

Japans PS-Ritual zum ersten Sonnenaufgang des Jahres

Maia Schmied
Maia Schmied

Bern,

Das Ritual des «Hatsuhinode» ist eine nächtliche Pilgerfahrt aus Chrom und Neonlicht. Von der legendären Raststätte Daikoku PA bis zu den Serpentinen am Fuji.

Sonnenaufgang
Hatsuhinode-Tradition: Japaner begrüssen das neue Jahr traditionell mit dem ersten Sonnenstrahl, was übersetzt «Hatsuhinode» bedeutet. - Matcha-jp.com (Screenshot)

Während wir in der Schweiz meist mit einem Glas Wein auf das neue Jahr anstossen, greifen viele Japaner lieber zum Zündschlüssel. Die Tradition des «Hatsuhinode» – des ersten Sonnenaufgangs – vereint im Land der aufgehenden Sonne jahrhundertealte Spiritualität mit modernster Fahrzeugkultur.

Pünktlich zur Geisterstunde rollen hochgezüchtete Motoren in Richtung der Pazifikküste. Die Küstenstrassen füllen sich mit einem bunten Mix aus futuristischen Sportwagen und legendären Klassikern. Dabei geht es nicht um Geschwindigkeit, sondern um die perfekte Position für den ersten Sonnenstrahl des Jahres.

Fuji
Zielobjekt Fuji: Der 3776 Meter hohe Vulkan ist der heiligste Ort und das begehrteste Fotomotiv für die erste Fahrt des Jahres. - Sakura.com (Screenshot)

Wer rechtzeitig den Motor abstellt, geniesst den Neujahrsmorgen in einer ganz besonderen Atmosphäre.

Kultstätte auf Asphalt

Die berühmte Raststätte Daikoku PA in der Bucht von Yokohama dient als pulsierendes Herz dieser nächtlichen Bewegung. Hier versammeln sich hunderte Tuning-Fans, um ihre PS-starken Kunstwerke stolz zu präsentieren.

Blinkende Neonlichter und poliertes Chrom spiegeln sich in den Augen der begeisterten Zuschauer. Trotz der enormen Menschenmassen herrscht eine disziplinierte Ordnung auf dem gesamten Parkareal.

Hatsuhinode: Ein festes Ritual für viele Auto-Enthusiasten in Japan.

Da in Japan eine strikte Null-Promille-Grenze gilt, bleibt die Stimmung friedlich und konzentriert. Man tauscht technische Details aus und wartet gemeinsam auf den entscheidenden Moment am Horizont.

Der Berg ruft die Motoren

Viele Fahrer wählen Routen durch die Bergstrassen mit direktem Blick auf den majestätischen Fuji. Die Infrastruktur der japanischen Autobahnen stösst in dieser Nacht regelmässig an ihre Grenzen.

Kilometerlange Staus bilden sich auf den Wegen zu den besten Aussichtspunkten der Region. Doch für die Teilnehmer ist das Warten im Cockpit bereits ein fester Bestandteil des Rituals.

Moderne Heizsysteme sorgen auch bei winterlichen Temperaturen für den nötigen Komfort. Sobald die Sonne den Gipfel berührt, verstummen die Gespräche – nur noch das Klicken der Kameras ist zu hören.

Ein Fest der Automobilkultur

Diese «Völkerwanderung auf Rädern» zeigt die tiefe Verbundenheit vieler Japaner zu ihren Fahrzeugen. Vom winzigen Kei-Car bis zum exklusiven Importwagen ist jede Fahrzeugklasse vertreten.

Japan Sportmodelle
Markenstolz: Es ist üblich, dass sich Besitzer des gleichen Modells zu kilometerlangen, sortenreinen Kolonnen zusammenschliessen. - Speedhunters.com (Screenshot)

Die Polizei überwacht das Geschehen diskret und sorgt für einen geregelten Verkehrsfluss. Oft schliessen sich Marken-Clubs zu langen Kolonnen zusammen und füllen ganze Fahrstreifen.

Bei «Hatsuhinode» geht es um mehr als nur den Transport von A nach B. Das Auto wird zum privaten Rückzugsort und gleichzeitig zum Fenster in ein hoffnungsvolles neues Jahr.

Logistik der ersten Strahlen

Die Planung für diese besondere Nacht beginnt bei vielen Clubs schon Monate im Voraus. Routen werden präzise berechnet, um den idealen Winkel für die Morgensonne zu finden.

Mobile Verkaufsstände versorgen die Wartenden mit heissem Tee und Oden-Eintopf. Sogar die Parkplatzbelegung wird oft via Social Media koordiniert und in Echtzeit geteilt.

Wer keinen Platz am Daikoku PA findet, weicht auf kleinere Buchten entlang der Küste aus. Die gegenseitige Rücksichtnahme unter den Autofahrern prägt dieses Erlebnis massgeblich.

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Kommentare

User #689 (nicht angemeldet)

Hallo Freunde, da sind wir wieder. Wir sind absolut keine Autogegner, aber wir finden es einfach völlig daneben wenn man versucht gutgläubigen Menschen ein Elektroauto aufzuzwingen welches in keinster Weise dem entspricht was da in der Werbung versprochen wird. Batteriebetriebene Elektroautos welche immer wieder am Strom aufgeladen werden müssen, und bei jeder Ladung die Reichweite weniger wird und schwindet sind einfach nur lächerlich, für die Umwelt verursachen sie mehr Schaden als dass sie irgendwas bringen. Die meisten Autofahrer haben das längst erkannt und darum fahren sie weiterhin einen günstigen, qualitativ hochwertigen und langlebigen Verbrenner, egal ob Vollhybrider, oder nur mit Verbrenner, die neusten Motoren haben mittlerweile einen Standard erreicht wo keines dieser umständlichen und völlig übergewichtigen, teuren Batterieautos mehr mit seinen umweltverdreckenden Batterien mithalten kann. Schwere Autos produzieren viel Feinstaub, ausserdem sind die Reifen schneller abgenutzt, und die kurze Lebens- erwartung tut noch ihr übriges. Um so ein kurzlebiges Steckdosenauto zu kaufen muss man einfach nur dumm genug dafür sein. ✔️

User #1564 (nicht angemeldet)

Verbrenner wird es noch sehr lange geben, aber für einen immer kleiner werdenden Markt.

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