Abkehr: Lidl und Kaufland stoppen E-Autos im Fuhrpark
Rückschlag für E-Autos: Lidl und Kaufland streichen reine Stromer aus ihrer Dienstwagen-Flotte. Hier erfaährst Du den Grund.

Die oft gelobte Energiewende auf vier Rädern erleidet bei den bekannten Discounterriesen ausgerechnet jetzt einen spürbaren Rückschlag. Während viele Privatpersonen ihren Stromer weiterhin entspannt nutzen, ziehen die beiden Unternehmen im eigenen Fuhrpark die Notbremse.
Lidl und der Schwesterkonzern Kaufland streichen reine Elektroautos überraschend komplett aus ihrer Flottenplanung für Führungskräfte. Der mächtige Mutterkonzern stoppt ab sofort alle neuen Bestellungen für beliebte Modelle wie den vollelektrischen BMW iX1.

Dieser radikale Schritt betrifft eine gigantische Unternehmensflotte von insgesamt rund 10'000 Fahrzeugen in Deutschland. Wirtschaftlicher Druck und veränderte Marktregeln bremsen grüne Ambitionen im harten Firmenalltag somit rigoros aus.
Eigenkauf statt Leasing bringt das Modell ins Wanken
Die Schwarz-Gruppe setzt bei ihren Dienstwagen im Gegensatz zur üblichen Marktkonkurrenz grundsätzlich nicht auf Leasing. Das Handelsunternehmen kauft den gesamten Fuhrpark über eine eigene Tochtergesellschaft direkt vom Autohersteller ein.
Nach einer kurzen Haltedauer von oft nur sechs bis achtzehn Monaten verkauft der Konzern die Fahrzeuge als junge Gebrauchte weiter. Dieses spezielle Geschäftsmodell spülte mit herkömmlichen Verbrennern wie dem VW Tiguan über viele Jahre hinweg verlässliche Gewinne in die Kasse.

Beim Einkauf verhandelt der Grosskonzern nämlich extrem hohe Rabatte mit den jeweiligen Herstellern aus. Elektrofahrzeuge durchkreuzen diese eingespielte Strategie wegen der aktuellen Marktlage allerdings gewaltig.
Wertverlust und Techniksprünge belasten die Bilanz
Elektroautos wie der BMW iX1 oder der Audi Q4 e-tron verlieren auf dem heutigen Gebrauchtwagenmarkt rapide an Wert. Schnelle Entwicklungsschritte bei Batterien und Ladegeschwindigkeiten lassen E-Autos innerhalb kürzester Zeit veralten.
Daten der Deutschen Automobil Treuhand belegen diesen deutlichen Preisverfall im direkten Vergleich zu klassischen Antrieben recht eindrücklich. Während dreijährige Benziner noch fast zwei Drittel ihres Neupreises erzielen, stürzen Stromer im Restwert massiv ab.

Der Konzern trägt als alleiniger Eigentümer das volle finanzielle Risiko dieses rasanten Wertverfalls beim Wiederverkauf. Etablierte Markt-Benchmarks wie das Tesla Model Y bieten zwar hohe Effizienz, sichern den Restwert aber ebenfalls kaum ab.
Nachteile für Angestellte und Kritik an der Strategie
Für die betroffenen Mitarbeitenden bedeutet der erzwungene Umstieg auf Benziner oder Diesel einen deutlichen finanziellen Dämpfer. In Deutschland vervierfacht sich der zu versteuernde geldwerte Vorteil durch den Wegfall der E-Auto-Förderung schlagartig von 0.25 auf 1,0 Prozent.
Kritiker bemängeln diesen Schritt als kurzsichtiges Signal gegen die dringend nötige Verkehrswende in Europa. Der Konzern verweist zwar auf den stetigen Ausbau seines eigenen öffentlichen Ladenetzes mit Tausenden Ladepunkten.
Dennoch wiegen reine Renditeüberlegungen in der Führungsetage aktuell deutlich schwerer als ökologische Nachhaltigkeitsversprechen. Das Management schickt seine Führungskräfte damit vorerst zurück an die klassische Zapfsäule.







