Elektroautos

    Elektroautos: Ein finanzielles Fiasko für Automobilhersteller?

    Daniel Huber
    Daniel Huber

    Angesichts hoher Verluste in der Elektromobilität stellen sich Automobilhersteller die drängende Frage, wie sie mittelfristig in die Gewinnzone kommen können.

    Tesla Factory
    Hohe Entwicklungskosten hemmen den Gewinn bei Tesla. - Tesla

    Eine aktuelle Studie der Boston Consulting Group (BCG) wirft ein düsteres Licht auf die Zukunft der Elektromobilität. Sie besagt, dass Autohersteller im Durchschnitt einen Verlust von 6.000 Dollar pro verkauftem Elektroauto machen.

    Die Analyse unterstreicht die Herausforderungen des Übergangs von Verbrennungsmotoren zu Elektrofahrzeugen für die Automobilindustrie. Hauptursache für die Verluste sind die massiven Vorabinvestitionen in die Entwicklung von Elektroautos.

    Trotz dieser Zahlen gibt es Hoffnung, wenn die Produktion von Elektrofahrzeugen steigt und die Nachfrage endlich anzieht. Dazu muss das Interesse an Elektroautos jedoch deutlich steigen.

    Wachstumsprognosen übertreffen Wirklichkeit

    Dieser Anstieg ist bisher nicht in dem Masse eingetreten, wie es Branchenexperten erwartet hatten. In der Vergangenheit lagen die Wachstumsprognosen für den Absatz von Elektroautos häufig über den tatsächlichen Zahlen.

    Tesla Model 3
    Tesla Model 3 erfüllt die Kundenerwartungen der Schweizer schon gut. - Tesla

    Vor fünf Jahren prognostizierte man ein Gleichziehen von Elektroautos und Verbrennungsmotoren bis 2025, was jedoch unrealistisch erscheint. Dennoch können laut dem «Axa Mobilitätstacho 2023» 56% der Schweizer eine rein elektrische Zukunft für ihr nächstes Auto in Betracht ziehen.

    29% hingegen können dem E-Auto nichts abgewinnen und 22% wollen ganz auf das Auto verzichten. Diese Entwicklungen sorgen für Unruhe bei den Herstellern, die Milliarden in die Entwicklung der nächsten Generation von Elektrofahrzeugen investieren.

    E-Autos müssen attraktiver werden

    Neben dem langsamen Wachstum ist auch die Wirtschaftlichkeit ein grosses Problem. Das muss sich ändern, wenn die Industrie die nächste Generation von reinen Elektrofahrzeugen profitabel machen will.

    Die Verbraucher haben hohe Erwartungen: schnelle Ladezeiten, hohe Reichweiten und erschwingliche Preise. Bisher erfüllen nur wenige Modelle wie der Hyundai Ioniq6 oder das Tesla Model 3 diese Anforderungen.

    Hyundai Ioniq 6, Werbefoto 2
    Das Design des Ioniq 6 ist zweifellos ein echter Hingucker. - Hyundai Motor Deutschland

    Um die Attraktivität von Elektroautos zu steigern, sind daher deutliche Verbesserungen notwendig. Nicht nur bei den Batterien, sondern auch beim Infotainment und der Bedienbarkeit der Fahrzeuge.

    Die enormen Entwicklungskosten bergen ein hohes Risiko

    Das verschlingt enorme Entwicklungskosten. Um effizienter zu arbeiten, könnten die Hersteller zum Beispiel auch verstärkt auf modulare Produktionsansätze setzen und Synergien innerhalb ihrer Lieferketten nutzen.

    Bei Verbrennungsmotoren ist dies bereits mehrfach erprobt worden. Dennoch bleibt der Umstieg auf Elektrofahrzeuge ein riskantes Unterfangen.

    Die Automobilhersteller haben bereits enorme Summen in die Entwicklung von Elektrofahrzeugen investiert. Bis 2030 sollen weitere 1,2 Billionen Dollar folgen.

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