Marlen Reusser: «Bin müde vom Vergleich zwischen Männern und Frauen»
Nach ihrem Sturz bei der Schlussetappe der Tour de France ist Marlen Reusser (34) zu Gast im Sportpanorama. Sie spricht auch über den Geschlechtervergleich.
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Das Wichtigste in Kürze
- Marlen Reusser fuhr bei der Tour de France Femmes auf Rang 14.
- Dabei kämpfte die 34-jährige Bernerin bis dahin ums Podest.
- Im «Sportpanorama» spricht Reusser über die Enttäuschung und andere nervige Dinge.
«Meine Beine sind immer noch ein schwieriges Kapital», sagt Marlen Reusser zu Besuch im «Sportpanorama» auf SRF eine Woche nach der Tour de France. «Ich muss ein wenig aufs Gas drücken, damit die wieder weniger weh tun.»
Die 100 kilometerlange Anreise von Hindelbank BE ins SRF-Studio nach Zürich bewältigt Reusser natürlich mit dem Velo. «Ungefähr 3:10 Stunden habe ich gebraucht», so die Bernerin.
Bei der Frankreich-Rundfahrt fuhr Reusser mehrere Tage in Gelb. Rückblickend sagt sie: «Als der schwierige Tag fünf gut verlief, habe ich gemerkt, dass ich die Beine habe, um zu gewinnen.»

Am siebten Tag sei ihr dann ein taktischer Fehler unterlaufen. Beim Angriff von Niewiadoma würde sie jetzt anders reagieren, statt gemeinsam mit Demi Vollering abzuwarten.
Im Nachhinein sei der «Frust riesengross» gewesen, so Reusser, jetzt überwiege allerdings die Neugier.
«Ich war so knapp an einem Tour-Sieg und trotzdem konnten wir so viel aufschreiben, dass ich hätte besser machen können. Das gibt mir für die Zukunft sehr viel Optimismus.»
Nach einem Sturz bei der Schlussetappe musste sie sich am Ende mit Gesamtrang 14 begnügen.
Mehr Popularität – auch dank Marlen Reusser
In der Schweiz verfolgten mehr Menschen die Tour de France femmes als jener der Männer. Dazu sagt Reusser: «Ich habe noch nie verstanden, weshalb die Herren so viel spannender sein sollen als die Frauen.»

Den Vergleich der beiden Geschlechter findet die 34-Jährige ermüdend.
«Würde man bei den Männern das Budget streichen und alles kürzen, würde der Sport zusammenbrechen. Natürlich steigt jetzt der Frauensport, weil man mehr investiert.»
Die Leute sollten möglichst wertneutral schauen, was ihnen am besten gefällt, findet Reusser. «Dass die Erkenntnis, dass Frauensport Spass macht, erst jetzt kommt, ist ein Armutszeugnis. Das wussten wir aber bereits zuvor.»








