Angelica Moser überzeugt auch bei den Grossen

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    Die Stabhochspringerin Angelica Moser bestreitet am Sonntagabend den WM-Final. Sie nimmt in Doha die eigene Besthöhe ins Visier.

    Angelica Moser steht am Sonntag zum ersten Mal in einem WM-Final
    Angelica Moser steht am Sonntag zum ersten Mal in einem WM-Final - sda - KEYSTONE/EPA/ROBERT GHEMENT

    Das Wichtigste in Kürze

    • Routine besitzt die bald 22-jährige Athletin vom LC Zürich ganz viel.

    Seit 2013 triumphierte sie an jedem Nachwuchs-Grossanlass, an dem sie teilnahm. Zum Abschluss der Wettkämpfe mit «Baby-Bonus» (Zitat Moser) holte sie im Juli im schwedischen Gävle den EM-Titel in der U23-Kategorie. Nun gelang der Olympia-Teilnehmerin von 2016 auch bei den Grossen ein wichtiger Schritt, nachdem sie an der Hallen-EM Vierte geworden war. Sie zeigte in der Qualifikation am Freitagabend ihren besten Wettkampf in dieser Saison und überquerte 4,60 m souverän. Die persönliche Bestleistung im Freien beträgt 4,61 m, in der Halle ist sie schon 4,65 m gesprungen.

    Die Leichtathletik wurde Angelica Moser praktisch in die Wiege gelegt. Ihr Vater Severin - jetzt CEO bei Allianz Suisse - nahm 1988 im Zehnkampf an den Olympischen Spielen in Seoul teil, ihre Mutter Monika - studierte Biomechanikerin und im Zentralvorstand von Swiss Athletics - war Siebenkämpferin und Hürdenläuferin. Und der Onkel Jürg Stahl ist Präsident von Swiss Olympic. Dennoch sah sich die vielseitige Moser zunächst als Turnerin. Um dort Karriere zu machen, hätte sie allerdings schon früh in ein Leistungszentrum gehen müssen. Stattdessen macht sie nun Stabhochsprung, was sich als guter Entscheid herausstellte. Angelica Moser wohnt unterdessen in Biel, trainiert in Magglingen und studiert in Bern Betriebswirtschaft.

    Um die Vergabe der Medaillen kann Angelica Moser in Doha kaum mitreden. Gold, Silber und Bronze dürften in Höhen vergeben werden, die über dem Schweizer Freiluft-Rekord von Nicole Büchler liegen. Die Bielerin überquerte vor drei Jahren in Doha 4,78 m. Moser und ihr Trainer Herbert Czingon planten für 2019 den Wechsel auf längere Stäbe. Das Unterfangen wurde allerdings abgebrochen, da der Rücken zwickte. «Das hat mich schon genervt», sagte Moser. Aber mit Blick auf Doha wurde auf eine Feuerwehr-Übung verzichtet. Vor dem nächsten Versuch mit längeren Stäben soll nun zuerst die Muskulatur solide aufgebaut werden.

    Aber auch mit kürzeren Stäben lässt sich sehr hoch springen, das beweisen zahlreiche Athletinnen und Athleten. Die Technik, die Anlaufgeschwindigkeit und die Härte des Stabes sind ebenso wichtige Parameter. So erhielt Moser den Beweis für ihre Top-Form wenige Wochen vor der WM durch eine persönliche Bestzeit im Hürdenlauf.

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