Zertifikats-Fälschung? Granit Xhaka sagte 2022 klar: «Bin geimpft»
Hat Granit Xhaka wie Patrick Fischer ein gefälschtes Corona-Zertifikat erworben? In der Pandemie zeigte er sich impfkritisch, betonte aber, geimpft zu sein.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Luzerner Staatsanwaltschaft soll Ermittlungen gegen Granit Xhaka eingeleitet haben.
- Der 33-Jährige sei von einer Luzerner Ärztin mit einem gefälschten Impfzertifikat ausgestattet worden.
- 2022 betonte Xhaka nach öffentlichem Druck, dass er sich habe impfen lassen. War das eine Lüge?
Droht dem Schweizer Sport ein erneuter Skandal um ein gefälschtes Corona-Zertifikat? Vor etwas mehr als fünf Monaten flog die Urkundenfälschung des damaligen Eishockey-Nationaltrainers Patrick Fischer auf. Er musste seinen Posten kurz vor der Heim-WM unter öffentlichem Druck räumen.
Jetzt gerät der Captain der Schweizer Fussball-Nati ins Visier: Gegen Granit Xhaka wird einem Bericht des «Blick» zufolge wegen möglicherweise gefälschter Impf-Zertifikate ermittelt. Der 33-Jährige soll das Zertifikat von einer Luzerner Ärztin erhalten, aber nie geimpft worden sein.

Bei einer Razzia im Jahr 2023 seien in der Praxis der Medizinerin Beweise sichergestellt worden. Es habe mehrere Kunden gegeben, die gefälschte Zertifikate erhalten hätten. Anfang Oktober soll Granit Xhaka in Luzern befragt werden. Für den Nati-Captain und die Ärztin gilt die Unschuldsvermutung.
Granit Xhaka betonte: «Ich bin geimpft»
Der Fall ist doppelt brisant, weil Xhakas Impf-Status während der Pandemie ein hitzig diskutiertes Thema war. Der Nati-Captain gab sich offen als Impfgegner. Im September 2021 verpasste Xhaka dann mit einer Corona-Erkrankung die ersten Länderspiele unter Murat Yakin.

Bei der Rückkehr in die Nati im Frühjahr 2022 gab sich Xhaka dann geläutert: Er sei jetzt geimpft, «damit ihr nichts mehr zu schreiben habt», sagte der Captain damals. Und er untermauerte auch seine impfkritische Haltung. «Dass man kein Vorbild ist, wenn man nicht geimpft ist – das ist nicht meine Meinung.»

«Wer möchte, soll sich impfen lassen – wer nicht möchte, soll sich nicht impfen lassen», so Xhakas Meinung damals. Dass ungeimpfte Fussballer im Fokus standen, störte ihn. «Es gibt auch andere Sportarten, bei denen nicht alle geimpft sind. Aber darüber redet niemand.»

Zuvor hatte Nati-Trainer Murat Yakin schon angekündigt, dass er dem Captain ins Gewissen reden wolle. Im Januar betonte Yakin: «Ich werde mit ihm über die Impfung reden, wir vom SFV haben uns ja klar für die Impfung positioniert. Aber wir können nur sensibilisieren.»












